Felix über den Tod seines Vaters.
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er besorgte sicli schnell Pass und Wagen, und um 1 / 2 3 Uhrwar er unterwegs. Am Sonnabend Morgen kamen beide inBerlin an; Felix in einem beängstigenden Zustand, aufs Höchstegespannt, wenig weinend, mit wahrer Hoffnungslosigkeit indie Zukunft sehend. Er war zu keiner Mittheilung, zu keinemherz erleichternden Thränenstrom fähig, man musste für ihndas Schlimmste befürchten. Und allerdings verlor er ammeisten, wenn bei solchem Verlust, wie der des Vaters, Steige-rungen möglich sind; oder vielmehr er hatte diesem unendlichenVerlust gegenüber kein milderndes Gegengewicht. Die andernKinder besassen alle schon ihre eigene Häuslichkeit und hattenim Umgang mit ihren Gatten, zum Tlieil in der Sorge fürihre Kinder versöhnende, ablenkende Thätigkeiten, andere, diedie schwere Last mit tragen halfen. Felix, der Unverhei-rathete, verlor im Vater das Liebste, und nichts lenkte seinenBlick vom Betrachten des unersetzlichen Verlustes ab. Seinerwartete in Leipzig seine leere Junggesellenstube; und alleseine Tlnitigkeit, die die Freude seines Lebens gewesen war,kam ihm jetzt schaal vor, denn die Hauptfreude war ja ebender Bezug seiner Thätigkeit auf den Vater gewesen. Er gingnach einigen Wochen nach Leipzig zurück. Wie es in ihmaussah, zeigen zwei Briefe an die Prediger Schnbring undBauer, bald nach der Kückkehr nach Leipzig geschrieben.*)
„Du wirst es schon wissen, lieber Schubring, welcherschwere Schlag mein und aller Meinigen glückliches Lebengetroffen hat! Es ist das grösste Unglück, was mir widerfahrenkonnte, und eine Prüfung, die ich nun entweder bestehen oderdaran erliegen muss. Ich sage mir dies jetzt nach drei Wochenohne jenen scharfen Schmerz der ersten Tage, aber ich fühlees um so sicherer: es muss für mich ein neues Leben anfan-gen, oder alles aufhören — das alte ist nun abgeschnitten.Zu unserem Trost und Vorbild erträgt Mutter den Verlust soruhig und standhaft, dass es zu bewundern ist; sie freut sichan den Kindern und Enkeln, und sucht sich so die unersetz-liche Lücke zu verbergen, meine Geschwister tlmn, was sie
*) Felix'sche Briefe vom 6, uud 9. December 1835.