Walpurgisnacht.
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in seinen Reisebriefen, so schreibt er an Devrient: „Ich habeseitdem wieder eine grosse Musik komponirt, die vielleicht auchausserlicli wirken kann (die erste Walpurgisnacht vonGötlie). Ich fing es an, bloss weil es mir gefiel und mich warmmachte, und an die Aufführung habe ich. nicht gedacht. Abernun, da es fertig vor mir liegt, sehe ich, dass es zu einemgrossen Concertstiick sehr gut passt, und in meinem erstenAbonnementsconcert in Berlin musst Du den bärtigen Heiden-priester singen. Ich habe ihn Dir in die Kehle geschriebenmit Erlaubniss, also musst Du ihn wieder heraussingen, undwie ich bis jetzt die Erfahrung gemacht habe, dass die Stücke,die ich mit der wenigsten Rücksicht auf die Leute gemachthatte, grade den Leuten immer am Besten gefielen, so glaubeich, wird es auch mit diesem Stück gehn."
Damit hatte er sich nicht getäuscht. Die Walpurgisnachtwar immer ein grosser Liebling des Publikums, aber fast innoch höherem Grade ein Liebling der Mitwirkenden. Sie wurdesehr häufig bei Fanny Hensel aufgeführt, und immer sangenAlle mit solcher Lust und solchem Feuer, wie bei keiner an-dern Musik, es war stets ein ganz besonderes Fest, wenn dieWalpurgisnacht vorgenommen wurde. Ihre Töne waren auchdie letzten, die Fanny vernahm — bei einer Probe derselbenereilte sie der Tod.
Dass die Walpurgisnacht von ihr oft aufgeführt wurde,war nur natürliches Gefühl, eine Art Mutterliebe, denn dieSonntagsnmsiken waren eigentlich Veranlassung zu ihrer Kom-position. Felix schreibt darüber an seine Schwester: „EinStück dankt diesen Sonntagsmusiken wahrscheinlich schonseine Entstehung. Als Du mir nämlich neulich davon schriebst,dachte ich, ob ich Dir nicht etwas dazu schicken könnte, undda tauchte denn ein alter Liebimgsplan wieder auf, dehntesich aber so breit aus, dass ich E. nichts davon mitgeben kannund es also später nachliefere. Höre und staune! Die ersteWalpurgisnacht von Götlie habe ich seit Wien halb komponirtund kerne Courage, sie aufzuschreiben. Nun hat sich dasDing gestaltet, ist aber eine grosse Cantate mit ganzem Or-chester geworden und kann sich ganz lustig machen, denn am