Druckschrift 
1 (1880) 1729 - 1835
Entstehung
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1830-1834.

Kuchen, und Allegorie und Pro- und Epilog passend Stattlinden; ich denke, es amüsirt die Eltern weit mehr, als einblosses Instrumentalconcert. Mit meinen übrigen Plänen rückeich heut noch nicht heraus, sondern will erst Euern Gegen-vorschlag, Beifall für den mehligen und Ideen für den Hoch-zeitstag vernehmen, die Ihr mir gleich umgehend mittheilenmüsst. Und bei der Gelegenheit werde bezeugt, o Hensel,dass Du ein grosser Mann bist. Deine Zeichnung ist ganzhimmlisch und macht mir wahre Freude, wenn sie mich anguckt;denn das tliut sie; es ist so genial und schön und doch ähn-lich und doch komisch und so fort, wo, Teufel, kriegst Dusolche Einfälle her? Auch Fanny's grosses Portrait ist schön,aber es gefällt mir nicht. Ich sehe, wie herrlich es gezeich-net, wie sprechend ähnlich es ist; aber in der Stellung, Klei-dung, im Blick, in der ganzen sybilligen Prophetenhaftigkeitoder schwärmenden Begeisterung ist mein Cantor nicht ge-troffen! Da liegt die Begeisterung nicht so oben auf, mehrinnen drin und zeigt sich nicht in gen Himmel sehn, oder imAusstrecken des Armes, oder im wilden Blumenkranz, dennalles das sieht einer auf den ersten Blick! Das muss er abernicht, sondern erst nach und nach draus klug werden. Nimmmir das nicht übel, Hofmaler; aber ich kenne meine Schwesterdoch länger als Du, habe sie als Kind in meinen Armen ge-tragen (Uebertreibung!) und bin nun mal ein ungeleckter, un-dankbarer Brummbär, der Dir für die Sonnenstrahlen, die Dumir so von Zeit zu Zeit herüberwirfst, nicht einmal genugdanken kann; wenn Du mich sehn könntest, wie ich oft stillDeinen Zeichnungen gegenüber sitze und dann in ihrer Gesell-schaft bin und nirgends weniger als in London, so wäre daseben der Dank, der Dir gebührte; aber sagen! ? Pfui über dieWorte. So nimm denn meine Freude als Dank hin darüber,dass es Dir gegeben ist, in Formen hinzustellen, was unsereinem so wohl als Bild vorschwebt, aber doch nur nebelig. Dukannst es festhalten.

D. 11. Heut frühstückte ich bei Klingemaiin, und unseridyllisches Liederspiel rückt sehr vor und fangt an, Form undGestalt zu gewinnen; ich denke, es soll nett werden, und Du