Pläne zur silbernen Hochzeit.
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35, Bury Street, St. James,
10. Sept. 1829.
„Die Sache ist die — fängt ein junges Frauenzimmer, daswir beide hochachten, lieher Bruder, ihre Berichte gern an, undes folgt dann nichts nach, hier brauch ich's mit dem Unter-schiede, dass ich ihr Bruder bin und dass etwas Wichtigesfolgt — die Sache ist also die, dass ein Comite niedergesetztwerden muss zur Anordnung silberner Feierlichkeiten. Früherhatte ich mir Fanny als Präsident gedacht, sie hat aber beiihrem ersten Vorschlage soviel auf eine gewisse Familie Rück-sicht genommen (z. B. Abends sind wir allein bei Hensel's,Mittag essen wir bei Hensel's etc.), dass ich sie der Parthei-lichkeit schuldig erkläre, perliorrescire, absetze, und Beckchenmuss Chairman sein. Du und Fanny und ich, wir sind ordent-liche Mitglieder, Droysen ist ein Ehrenmitglied und Klingemannist auswärtiges Mitglied. Nun geht's los. Ich bitte um's Wortund habe einen Vorschlag zu machen: wie wär's, wenn wirden Polterabend so feierten: drei Liederspiele, jedes in einemAufzug, mit Kostüm, Gesang etc. ordentlich dargestellt, undein vollständiges Orchester unten (letzteres will ich übrigenszu allen Hochzeitsfeierlichkeiten aus eigenen Mitteln bestreitenund zu dem Ende hier eine kleine Musikspeculation machen),die Titel folgende: No. 1 Soldatenliebschaft, nämlich mein be-rühmtes Machwerk des Namens*), das den Eltern immer nochlieb ist, gegeben ohne Veränderung einer Note und ganz mitder Besetzung von damals. Was meint Ihr? Ist's nicht lu-minös? Dann ein neues Liederspiel von Fanny, das Henseldichten muss, nett, luftig, lieblich an allen Ecken, sehr zartund schön. Dann eine Idylle von mir, zu der mir vieles imKopf herumfährt; es muss hübsch werden, und soll ein gesetztesEhepaar drin vorkommen, das Ihr beide Hensels agiren miisst,ferner eine Nachbarstochter, ein toller Flurscliiitz, ein verklei-deter Seemann oder Soldat oder was weiss ich? Ein Bauern-zug und a dur über und über. Dazwischen kann dann Eis und
*) Es war eine der ersten Compositionen von Felix.