Brief von Miss Taylor.
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Es wurden Reden gehalten, Gesundheiten ausgebracht, undMendelssohn ging mit einem Feuer auf die Sache ein, als oh•er Ehler von uns wäre. Er liess sich mit Interesse von denVerhältnissen und dem Leben der Walliser Bergleute erzählen.Nichts entging seiner Aufmerksamkeit. Ein Brief, den er kurznach seiner Abreise aus Coed Du an meinen Bruder Johnschrieb, schildert in reizender Weise die Eindrücke, die er vonunserer Gegend mitnahm. Mitunter ging er mit uns Mädchenaus zeichnen, dann setzte er sich ernsthaft an die Arbeit,amüsirte sich aber unendlich über Versuche, die seiner Meinungnach misslungen waren. Eine Zeichnung eines Walliser Mäd-chens, fand er, sähe wie ein Kameel aus, und sie wurde nunnie anders als „das Kameel" genannt. Obgleich er seineeigenen Zeichnungen verspottete, hatte er doch ächten Künstler-sinn und grosse Freude an Gemälden. Ich brauche nicht erstzu sagen, wie tief er die Schönheit der Berge und Wälderempfand. Er stellte sie nicht mit dem Bleistift dar, aber an denAbenden zeigte seine improvisirte Musik, was er im Laufedes Tages empfunden oder beobachtet hatte. Das Stück, waser in dieser Zeit für meine Schwester Susan schrieb und „denBach" nannte, zeigt, was ich meine; es war eine Erinnerungan einen wirklichen Bach.
Wir bemerkten, wie äussere Gegenstände ihn zur Musikanregten. In dem Garten meiner Schwester Honora wuchseine hübsche Schlingpflanze mit kleinen trompetenförmigenBlüthen, die damals etwas neues war. Sie frappirte ihn, under spielte für meine Schwester das Stück, welches (wie ersagte) die Elfen auf diesen Trompeten blasen würden. Als erdas Stück (capriccio in e-moll genannt) aufschrieb, zeichneteer einen kleinen Zweig jener Blumen um den ganzen Randdes Blattes. Das Stück (Andante und Allegro), welches HerrMendelssohn für mich schrieb, fiel ihm beim Anblick eines StraussesRosen und Nelken ein. Wir hatten das Jahr wunderschöneNelken, sie waren seine Lieblingsblumen und er trug oft eineim Knopfloch. Die Arpeggio-Passagen in der Kompositionsollten den süssen, aufsteigenden Duft der Blumen vor-stellen.
Die Familie Mendelssohn. I. 17