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138 Leipziger Strasse Nr. 3.
brachte das Thema alla Stretta, schlug den Dominantenakkordan und fing dann plötzlich auf dem Unterciavier, das gekoppeltwar, mit der ganzen Stärke der Orgel den einfachen Choralan, modulirte noch prächtig auf der Melodie und sclilossso. Es machte ehren himmlischen Effekt, als der Choralmit aller Macht einschlug, die Töne strömten aus der Orgelvon allen Seiten her. Das griff ihn aber sehr an, so dass erzwei oder drei Gläser Wein trinken musste. Doch bald setzteer sich wieder hin und spielte Variationen auf God save theKing, in denen er dies Thema plirygiscli und dann aeolischbehandelt, und gegen das Ende spielte er es auch mit vollerOrgel, was eine ebenso schöne Wirkung wie vorher thatSomit war das Orgelconcert beschlossen und Berner sehr er-müdet. Die Leute verliessen die Kirche und er gab der FlascheWem den Rest. Dann zeigte er mir das Innere der Orgelselbst, Bomben und Granaten sind in sehr viele Pfeifen ge-fahren, so dass sie unbrauchbar sind. —
Wh' sprachen noch eine Weile, Vater, er und ich. Bernererzählte uns lustige Schwanke, die er ausgeführt, und danngingen wir essen, Berner mit uns. Beim Spielen steht einChorjunge neben ihm, der ihm die Register herauszieht oder liinein-stösst, die Berner mitten im Spielen mit dem Finger antippt. —Nun genug von Phrygisch, Aeolisch, Dominanten, Registern,Pfeifen, Manual, Pedal, Ventil, 32 Fuss, Mixtur, Concert, Wein-flaschen, Gläsern, Fugen und Verlängerungen." —
In Reinerz ward Felix aufgefordert, an einem Concertefür die Armen sich zu betheiligen. Die Probe begann 3 Stundenvor dem Concert und man legte Felix ein Concert von Mozartvor. Nachdem man das erste Solo eine- Stunde lang wieder-holt hatte, sah Felix ein, dass es auf diesem Wege nicht gehenwürde. Der Contrabass, der zugleich die Stelle des Cellos ver-trat, stimmte nicht, die meisten Instrumente fehlten ganz, undder Rest, würdige Dilettanten des Städtchens, verstanden wederzu spielen, noch zu pausiren; es war eine tolle Katzenmusik.Er schlug also vor, zu phantasiren, liess durch den Schul-meister die Ursache dieser Veränderung bekannt machen, wählteeinige Themata von Mozart und Weber und spielte mit allge-