Besuch bei Göthe.
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Beifall pliantasirte, und in Weimar, um die Göthe'sche Familiekennen zu lernen, bei der Felix so freundliche Aufnahme währendseines Besuches mit Zelter gefunden hatte. Nie ermüdete Göthe,Felix zuzuhören, wenn er am Klavier sass, und mit dem Vaterunterhielt er sich fast nur über Felix. Diesem selbst sagte ereines Tages, als er sich über irgend etwas geärgert hatte: „Ichbin Saul und Du bist mein David, wenn ich traurig und trübebin, so komm Du zu mir und erheitere mich durch Dein Saiten-spiel!" — Eines Abends erbat er sich von Felix eine Fuge vonBach, welche die junge Frau v. Göthe ihm bezeichnete. Felixwusste sie nicht auswendig, nur das Thema war ihm bekannt unddies führte er nun hi einem langen fugirten Satz durch. Göthe warentzükt, ging zu der Mutter, drückte ihr mit vieler Wärme dieHände und rief aus: „Es ist ein himmlischer, kostbarer Knabe!Schicken Sie mir ihn recht bald wieder, dass ich mich an ihm er-quicke."—Felix seinerseits fühlte wohl den ganzenWerth einer sol-chen Anerkennung; obgleich die Damen in Weimar sich die grössteMühe gaben, ihn zu verhätscheln und ihm zu schmeicheln, so hatteer doch für nichts Sinn, als für Göthe's Liebe und Zufriedenheit.
Solche Erlebnisse sind in dem Alter, in dem Fanny undauch schon Felix standen, ausserordentliche Bildungs- und Ent-wickelungsmittel. „Die Wirkungen der Reise", schreibt dieerstere, „äusserten sich bei Felix unverzüglich nach unsererZurückkunft. Er war bedeutend grösser und stärker-geworden,Züge und Ausdruck des Gesichtes hatten sich mit unglaub-licher Schnelligkeit entwickelt und die veränderte Haartracht(man hatte ihm seine schönen langen Locken abgeschnitten)trug nicht wenig dazu bei, sein Anselm zu entfremden. Dasschöne Kindergesicht war verschwunden, seine Gestalt hatteetwas Männliches gewonnen, welches ihn auch sehr gut kleidete.Er war anders, aber nicht weniger schön als früher." —
Das grösste Interesse erregte die Reise bei der TanteHenriette in Paris. Mit ihrer leidenschaftlichen Natur erfasstsie den Plan und begleitet die Reisenden in Gedanken und alsgewiegte Erzieherin weiss sie zugleich den Werth für die Ent-wickelimg der Kinder zu schätzen. Der eine Brief ist zucharakteristisch, um ihn zu übergehen:
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