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Abraham Mendelssohn Bavtholdy.
ist wirklich ein kleiner Irrthum mit seiner romantischen Liehevorgegangen und ich habe später erfahren, dass seine Sclrwer-muth zum Theil von dem unglücklichen Ende seines Brudersherrührt. Dafür muss ich ihn aber desto mehr liehen, deimwenn die Kraft zu einer Leidenschaft interessant ist, so hatdie stille, sehnende Brudertreue gar etwas Rührendes und An-ziehendes. Sie fragen nach der Beständigkeit desSchmachtens eines Mannes. Das ist nun wunderlichgenug zu beantworten, zumal für mich, die so gar keineRoutine in Zärtlichkeitsangelegenheiten hat. Der heftige aberveränderliche Charakter der Männer giebt auch wenig Gelegen-heit, erbauliche und trostreiche Betrachtungen über diesenGegenstand anzustellen, und wenn es einen Werther undleinen Pölcliau giebt, so laufen dafür hunderttausend Flatter-Ihafte umher, die ihre Aufwallungen zu Leidenschaftenadeln, und von dem immer schwächeren Abglanz jenes heiligen,ewig glühenden Feuers zuletzt nichts als den Namen einesGefühls übrig behalten, dessen wahre Bedeutung ihnen aufimmer ein Geheimniss bleibt.
Führen Sie mir doch kein Publikum ziir Autorität gegenden Wallenstein an, wenn ich bitten darf. Das Aechte derij höheren Kunst wird gewiss nur von wenigen feineren Seelen[' gefühlt und verstanden, und wenn eine bürgerliche, tragi-komische Familienzwistigkeit von Ifflands gar natürlich schil-dernder Feder mehr für den Gesichtskreis der Menge ist, alsSchillers erhabene Heldengestalten, so beweist dies doch wohl nichtIfflands grösseres Genie ? Das kann bei Ihrem schönen Kunst-sinn doch keine Schlussfolge sein? Freilich darf ich über dentheatralischen Effekt nicht sprechen, da ich Wallenstein nurgelesen, doch scheint es dem Stücke an Lebendigkeit derHandlung nicht zu fehlen, und wenn der Held gegen sein^ Schicksal nichts vermag, so ist dies wohl auf seinen Aber-.»glauben gegründet, der ihn seinen Untergang erst spät ahnenlässt. Flecks treffliches, geistvolles Spiel wird Sie vielleichteher mit dem unglücklichen Helden aussöhnen, als alles, wasich Ihnen für ihn sagen könnte, darum sehen Sie ihn erst hier,und erholen Sie sich von Ihrer Erstarrung hei der Thekla an