Lea Salomon.
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französische tändelnde Manier und das Verzierte, Bunte derItaliener widerstrebt seiner einfachen Empfindung; aber mitwelcher seelenvollen Begeisterung, mit welchem unnachahmlichenAusdruck sang er eines Bernhardts und Zelters herzliche Me-lodien zu Göthens himmlischen Versen, eines Grauns süsse, be-zaubernde Komposition! Es war ein Genuss, einen so reinen,ungeheuclielten Enthusiasmus für Gegenstände der ächten, höhernKunst, so lauter, wahr und kindlich gefühlt, hei ihm anzu-treffen.
Weil ich der höhern Kunst erwähne, will ich Sie dochgeschwind um Ihr Urtheil über Wallensteins Tod befragen.Ich hoffe, er hat Sie ganz mit den Piccolomini versöhnt mitdenen Sie, dünkt mich, unzufrieden gewesen. Meiner geringenMeinung zufolge ist's ein Meisterstük. Diese Gedankenfülle,dieser Beiz des Ausdrucks, diese hohe Einfachheit und dichterischeSchönheit mit dem interessantesten'Stoffe verwebt werden langeunnachahmlich und linerreichbar bleiben. Doch wenn sie auchAlles tadeln wollten, so weiss ich doch wenigstens, dass Ihrkritisches Auge der Thekla wird Gerechtigkeit widerfahrenlassen. Dieser erhabene, himmlische Charakter hat sich Ihnenin der freundlichsten, Ihrem Herzen wertliesten Gestalt gezeigt.(Sie haben den Wallensteiii doch in Weimar aufführen sehn?)Diesem Engel des Lichts und der menschlichsten Grösse wider-standen Sie nicht! — Ich freue mich erstaunlich, es auf demTheater zu sehn; ich las es mit grosser Aufmerksamkeit, undbin'auf die Wirkung begierig, die das täuschende Anschauender lebenden, göttlichen Wesen und der Zauber der wirklichenDarstellung auf mich machen werden.
Um auf einen Ihrer Lieblinge zu kommen! was sagt mandenn in Weimar, diesem Sitz der Musen, des Genies und derKritik, von den Briickmannschen Elegien? Ohne freundschaft-liche Partheilichkeit kommen sie mir recht schön vor, besondersdie an Klopstock, die sich durch einen feurigeren, kühnerenSchwung von dem klagenden sanften Ton der übrigen aus-zeichnet. Sagen Sie mir doch Ihre Meinung; ich ahne zwar,wie sie ausfallen wird, indessen wünschte ich doch so sehr vorEinseitigkeit bewahrt zu sein, dass mir Ihr Urtheil voll