Lea Salomcm.
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befreundet war und mit Lea in lebhaftem Briefwechsel stand,liat nach ihrem Tode (1842) einige dieser Briefe der Familiezurückgegeben, zugleich mit folgender Jugendschilderung derSchreiberin:
„Lea Salomon. Das war ihr Jungfrauenname. Bartholdynannte sich ihr älterer Bruder nach dem ehemaligen oder viel-leicht angeblichen Eigenthümer des Gartens, den die Familiebesass.*) Lea war nicht schön, aber reizend durch ihr sprechen-des, schwarzes Auge, durch ihren Sylphidenwuchs, durch ihrzartes, bescheidenes Benehmen und ihre geistvolle Unterhaltungvoll heller Verstandsblitze und treffendem, aber immer schonendgeäussertem Witz. Sie hatte sich jede Gattung modischerBildung angeeignet; sie spielte und sang mit Ausdruck undAnmuth, aber selten und nur für Freunde; sie zeichnete treff-lich; sie sprach und las Französisch, Englisch, Italienisch und— heimlich — Homer ün Original. Heimlich! wie hättenAndere mit diesem Können geprunkt! — Ihr Geschmack, durchklassische Schriftsteller so vieler Sprachen gebildet, war richtigund feinsinnig, aber es hielt schwer, ihr ein Urtheil zu' ent-locken. Der am meisten sagende Zug ihres Charakters war:sie hatte^durcli das Vermäclitniss eines Verwandten ein be-deutendes Vermögen, aber ihr Putz war immer nur zierlichund einfach; ihrer Mutter aber, die viel weniger besass, zahltesie ein reichliches Kostgeld und führte zugleich mit sorgfältigerHäuslichkeit die einfache Wirthschaft derselben. Die nach-folgenden Briefe vollenden durch ihre schöne Einfachheit dasBild, das nach fast vierzigjähriger Unterbrechung aller Be-ziehungen zwischen ihr und mir vor meinem Geiste steht."
Berlin, 2. Juli 1799.
„ Nach einem 4wöclientlichen Krankenlager starb mein
guter Grossvater. Ich brauche Ihrem gefühlvollen Herzen nichtweitläuftig zu erklären, weshalb ich Ihnen damals nicht zu
*) Derselbe lag in der Köpenicker-Strasse an der Spree, gingspäter in den Besitz von Abraham Mendelssohn über und wirdnoch öfter unter dem Namen der „Meierei" erwähnt werden.
Anm. d. H.