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Henriette Mendelssohn.
die eine Schwester Wilhelm Hensels*), die erst kürzlich ver-storbene als Dichterin geistlicher Lieder bekannt gewordeneLuise Hensel war, obgleich Tochter eines protestantischen Pre-digers, katholisch geworden. Ebenso, um nur bei dem Kreisder näher mit der Mendelssolm'schen Familie Verbundenen zubleiben, Marianne Saaling, die später noch erwähnt' wer-den wird.
Henriette nahm es. wie gewöhnlich Proselyten, mit der neuangenommenen Religion sein' ernst.
Von der schönen gegenseitigen Toleranz, mit der solcheSachen in der Familie behandelt wurden, zeugt ihr Testament,dessen Eingang also lautet:
„Da ich hi diesen Worten zum letzten Mal mit meinen liebenVerwandten rede, sage ich ihnen hiermit Dank, sowohl füralle Hülfe und Freundschaft, die sie nur im Leben bewiesen,als auch dafür, dass sie mich auf keine Weise in der Ausübungmeiner Religion .gehindert, und kerne Gehässigkeiten gegendieselbe an den Tag gelegt haben, so dass ich es mir selbstzuschreiben muss, wenn Gott der Herr mich nicht der Gnadegewürdigt hat, meine Geschwister zur katholischen, wirklichseligmaclienden Kirche hinüberzuziehen. Möge der Herr JesusChristus mein Gebet erhören, und sie alle mit dem Lichte sei-ner Gnade erleuchten! Amen!" — Nun folgen die Dispositionenüber ihr kleines Vermögen und viele Andenken, und der Sclilusslieisst: „Ich ersuche meine Brüder, oder diejenigen Verwandten,welche dies Testament eröffnen werden, mir die Todtenfeierder katholischen Kirche zu gewähren, übrigens aber mich inaller Frühe so still als möglich, und ganz einfach bestattenzu lassen. Die Namen Maria Henriette Mendelssohn möchteich auf dem Leichenstein, und auf dem Kreuze, das ich andem Grabe zu setzen bitte, die Worte: Redemisti me, Deus,Deus veritatis!" Der Herr stehe mir bei in meiner letztenStunde, und gebe allen meinen geliebten Verwandten seinenSegen, im Leben wie im Tode." —
*) Siehe Pag. 111.