Marschall Davoust.
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Auf dem Lande lebte Henriette einige Jahre als naheNachbarin von Davoust, und sie schreibt über diesen folgender-massen: „Als eine merkwürdige Thatsache muss ich Ihnendoch erzählen, dass dieser fürchterliche Davoust, der Schreckendes Nordens, der Urheber so unsäglicher Leiden, in seinemHause ganz ohne Willen ist. Er hat nicht den Mutli, demgeringsten Diener etwas zu befehlen, ohne die Einwilligungseiner Marschallin, die das Hauskommando ebenso unerbittlichstreng übt, als er die eroberten Länder regierte." — Und ineinem zweiten Brief: „Marschall Davoust, seine Frau, dieeigentlich das Hausregiment führt, und seine Kinder sind unsretägliche Gesellschaft. Als er das erstemal meinen Namenhörte, frug er den General S., der eben mit uns war, ob ichVerwandte in Hamburg habe, er hätte dort sehr ehrenvolleund geehrte Personen dieses Namens gekannt. — Beinahe alleseine Bediente sind Deutsche, seine Töchter lernen Deutschrecht ernsthaft, und er bittet mich jedesmal inständig, ihm zusagen, ob sie etwas deutsch wiissten. Das politische Lebendieses Mannes ist mir unerklärlich, wenn ich ihn im Hauseund unter seinen Kindern betrachte; er ist ein Vater, wieAbraham nur sein kann, mischt sich in alle ihre Spiele mitwahrer Herzlichkeit, und seine älteste Tochter, ein Mädchenvon 14 Jahren, die ihm ganz ähnlich sieht, ist das sanf-teste Geschöpf, das ich kenne. Bloss auf eine Weise sind mirdie Gräuel, die unter seiner Herrschaft in Hamburg verübtworden, erklärlich: Er scheint mir sehr einfältig, schwerfälligund unwissend zu sein. In seinem Hause ist er ohne Einfluss,und so war es gewiss während seines Kommandos; irgend einElender hat an seiner Stelle gehandelt! Das ist aber freilichden armen Bedrückten ganz einerlei, und er ist vielleicht nochstrafbarer, dass er so Ungeheures geschehen liess." —
Henriette war, wie oben angeführt, zur katholischenEeligion übergetreten; bei Dorothea haben wir gesehen,dass sie sogar zweimal die Religion wechselte und auchschliesslich zum Katholicismus gelangte. Die Strömung der Zeitbegünstigte derartige Seelenzustände und Wandlungen. Auch