Der Bräutigam Herzog v. Praslin.
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wird, und dies ist eben niclit der Fall liier. Fanny's neueFamilie ist für mehr als haushälterisch, nachlässig und schmutzigbekannt. Uebrigens aber sehr würdige Personen, die ihre Kindernach den besten Grundsätzen, und was mir höher gilt, durchdas beste Beispiel erziehn, da sie sehr einig leben. Dies sinddenn auch allerdings die Gründe, welche die Verbindung wün-schenswerth machen. Denn der junge Mensch ist weder reich,noch eben angenehm oder geistreich, aber da es nun einmal,um die Aeltern zu befriedigen, ein altadliger Herzog und Pairdes Reichs, oder doch wenigstens der älteste Sohn eines solchensein musste, so war die Wahl beschränkt. Von allem, was ichübrigens anders wünschen könnte, sieht Fanny nichts; sie warganz bereit, irgend einen andern, den man für sie gewählthaben würde, zu heirathen, nun ist sie aber auf das wünscliens-wertheste in ihren Bräutigam verliebt. Sie bringt den ganzenTag mit ihm bei Ihrer Grossmutter zu, die an den Folgen einerBrandwunde das Bett hütet, und findet sich sehr glücklich.Unterdess erfülle ich meine letzte Pflicht, und besorge ihreAussteuer. Wie oft habe ich dabei an Sie gedacht, Liebe! —Wie viel schöne Stücke Leinewand Sie wohl schon genäht undungenälit für Fanny bereit halten. Hier hat man bloss dieMühe der Wahl oder der Bestellungen — aber welche Ver-schwendung auch! — man ersparte die Hälfte, die man denlungeren opfert; durch diesen Gedanken wird mir das Geschäfteigentlich sehr unangenehm. Zudem ist es eine Verantwort-lichkeit, denn so hoch auch das Budget ist — es sind 20,000Francs dazu bestimmt — wissen einen die mädchenhaftenWünsche und die Künste der Längeren immer darüber hinauszu treiben. —
Gott, wieviel habe ich Euch über einen und denselbenGegenstand vorgeschwatzt, — ich könnte noch Bogenlangschreiben, und Ihr wüsstet doch nicht, wie traurig ich bin." —
Ueber den 19jährigenEhemann schreibt sienoch: „Uebrigenshat man dem jungen Mann alle Lehrer gegeben, die er früherhätte haben sollen, und er studirt auf einmal und zu gleicherZeit: Geschichte •— Griechisch — Latein — Deutsch — unddie Rechte! — Kommt Dir ; dies nicht sonderbar vor? Und
Die Familie Mendelssohn. I. 5