Häusliches Leben.
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Häuslichkeit ihres stillen, wohlgeordneten Lehens freundlichzu gestalten. Alles war traulich, heimlich, angemessen undwolilthuend um sie her. Musterhaft und angestrengt übte sieweiblichen Fleiss. Unbegreiflich ist's, wie sie noch Zeit zumSchreiben fand; allein sie, deren flinke, geschickte Hand Klei-der und Wäsche nähte, Strümpfe strickte und ausbesserte, undsich am häuslichen Heerde bemühte, war auch die Kopistinaller Schriften ihres Gemals und schuf fortwährend Schönesund Treffliches. Sie arbeitete damals an dem (nicht erschie-nenen) zweiten Tlieile des Florentiii, schrieb für die „Europa"gediegene Aufsätze (diese sind mit D. unterzeichnet), über-setzte den Merlin in gedrängtem, trefflichem Auszuge, führteeine ziemlich starke Korrespondenz und fand noch Zeit, diemerkwürdigsten Gegenstände der Kunst zu betrachten, bis-weilen Konzerte und Schauspiele zu besuchen, alles Neue zu lesen,die Abende durch Geselligkeit zu erheitern, durch Vorlesungenzu beseelen. Hinreissend schön las sie vor, doch stets nurim engsten Kreise und wenn Friedrich in seinem Zimmer ar-beitete. Vor Wenigen nur bekannte sie sich als die Verfas-serinn des Florentin und ihrer anderen Dichtungen und Schrif-ten. Sie war stolz darauf, dass ihre Sachen unter Sclilegel'sNamen erschienen, und äusserte überhaupt, dass Berühmtheitden Frauen nicht wohlthue, und dass sie jedes Glück undjeden Glanz nur von der Liebe erwarteil und annehmen müss-ten. Sie war bald das Herz, bald die Hand, bald der Geistihres Mannes, und nur sie selbst, um alles dieses recht schönund genügend zu sein. Sie stand in dieser Art ganz einzelnauf ihrer Höhe liebender Hingebung und Werkthätigkeit, undimmer war sie stark, freudig und heiter, ihrer selbst mächtig,und für Andere vollhaltig da. Ihre Schwester Henriette, dieKahel in ihren Briefen „das Feinste und Tiefste nennt, wassie gekannt," hatte einen stilleren Zauber, einen gehaltenerenErnst, war wenig expansiv, und bedachtvoller auf alle Aeusser-lichkeiten, indess es innerlich vielleicht nichts Glühenderes undKeiclilialtigeres, noch Zarteres gab, als sie."
Die Pariser Zeit war der Glanzpunkt in Dorotlieens Leben,aus dessen fernerem Verlauf nur noch anzufüliren ist, dass
Die Familie Mendessokn. I. 4