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Dorothea Mendelssolin.
gung haben könnte ; wenn nur der Mann sie mag, ihre Ein-willigung versteht sich von selbst, und „sie würde sich wohldabei befinden." —
Diese orientalische Anschauung des Weibes, als einer Sachegleichsam, rächte sich an allen Töchtern Mendelssohn's. Doro-thea zuvörderst war in dieser Weise, ebenso wie ihre FreundinHerz, noch jung einem Manne vermählt worden, dem sie keineNeigung entgegenbrachte, einem jüdischen Kaufmann Veit. Eswar ein durch und durch braver, guter Mann; aber er konnteihr nicht die Schätze eines gelehrten und tiefen Geistes bieten,die Marcus Herz seiner Frau bot und die für Dorothea durchdie Kreise, in denen sie ihre Jugend verlebte, ein Bediirfnissgeworden waren. So blieb denn die Ehe, trotz der Geburtzweier Söhne, eine von Grund aus unharmonische und Dorotheasuchte bei den Büchern und ausser dem Hause bei ihren Freun-dinnen Nahrung für ihren vielseitigen und leichtbeweglichenGeist.
Da trat ihr — es war im Juli des Jahres 1797 — imHerzischen Kreise ehi Mann entgegen, dem trotz seiner Jugend,— er war erst fünfundzwanzig Jahr alt, — schon ein litterarischerRuf vorangegangen war, dem mannigfache Bildung, glänzenderWitz und äussere Schönheit in ihren Augen grossen Reiz ver-leihen mussten — Friedrich Schlegel, der seinerseits sich auchzu ihr bald lebhaft hingezogen fühlte, obgleieh sie sieben Jalireälter als er und keine Schönheit war.
Jemehr die Zuneigung zwischen diesen beiden echten Kindernder romantischen Zeit •wuchs, umsomelir lockerte sich naturge-mäss das Band, welches Dorothea an Simon Veit knüpfte, undes gelang den vermittelnden Bemühungen der Freunde, HenrietteHerz und Schleiermacher, (in den letzten Tagen des Jahres1798) die Scheidimg zu Stande zu bringen. Ein eigentlichesZerwürfniss fand nicht statt: Veit bewies sich auch nach derTrennung immer gegen sie als edler Freund, während sie ihrenSöhnen, die mit ihr lebten, eine treue, aufopfernde Mutter blieb.Der jüngste dieser Söhne war der im Jahre 1877 hochbetagtgestorbene, berühmte Maler Philipp Veit.
Eine Heirath mit Friedrich Schlegel kam vorläufig noch
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