Veit. Friedrich Schlegel.
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Licht wirft: Herz Homberg, der Erzieher im Mendelssohn'schenHause gewesen war, ging nach Wien, verlobte sich dort, zeigtedies Mendelssohn an und schlug zugleich eine Verbindung einesVerwandten seiner Braut mit einer Tochter Mendelssohn's vor.In der Antwort heisst es: — „Sicherlich würden wir uns,meine Tochter und ich, und (wenn Sie es meiner Eigenliebevergeben wollen) vielleicht auch E. und Sie sich wohl dabeibefinden. Nur liegt ein Bedenken, eine Schwierigkeit im Wege,die wohl nicht leicht wegzuräumen ist. — — Eine Partliie,die nicht Eigennutz zu Grunde haben soll, muss aus Neigungentstelin. So wie ich den rechtschaffenen E. selbst kenne unddurch Sie näher kennen lerne, halte ich ihn für edeldenkendgenug, sich über alle Eingebungen des Eigennutzes zu erhebenund aus Neigung zu wählen. Aber diese Neigung muss dasein, bevor sie wirken kann; muss gefühlt werden, wenn sieEntschliessung zu Wege bringen soll. Sie lässt sich abernicht voraussetzen, entsteht nicht aus Hörensagen, weiss nichtsvon Tradition oder Köhlerglauben, kennt nur Evidenz der Sinne,und übrigens keine Versicherung, wenn sie auch durch Wunderund Zeichen bekräftigt wird; wie ein neckisches, launigesMädchen ist sie grade da, wo Ihr sie am wenigsten vermutliet,und lässt Euch vergebens warten, wo Ihr auf sie Rechnunggemacht - habt. Ihre Genealogie klingt zuweilen sehr sonder-bar, aber sicher ist sie noch selten aus Liebe zu des VatersWeltweisheit entstanden.
Da diese Theorie der Neigungen sowohl auf Erfahrungals auf Grundsätzen beruht, so möchte ich mir selbst nichtgern einen Gedanken in den Kopf setzen, der mich sehr schwin-delig machen könnte. In der Tliat, ein Schwiegersohn wie E.wäre keine geringe Nahrung für meinen Stolz! — Also hiervonfür dieses Mal genug." —
Mit welchen Gründen weist Mendelssohn den Vorschlagzurück? Sie wären vortrefflich, wenn sie von der Neigungdes Mädchens handelten, aber der Vater des Mädchens sprichtnur immer von der Neigung des jungen Mannes! Seiner Tochterdenkt er nicht mit einer Silbe. Es kommt gar nicht die Mög-lichkeit in Betracht, dass sie auch eine Individualität, eine Nei-