124
sah er die Garnison, die ans noch wenigstens 7000 Gesundenbestand, ausrücken. Am 30. October glaubte er den König inRohnstock; er ritt dorthin, traf aber dort nur dessen militairischenund Civil-Hofstaat, so die Generals v. Möllendorf und Kruse-marck und den Geheimrath Eichel, und kehrte am 31. Abends spätnach Peterwitz zurück; am anderen Morgen erfuhr er zu seinerBestürzung, daß, ohne daß er davon etwas erfahren, derKönig ganz früh durch Peterwitz gekommen sei. Vom Rest desruhiger gewordenen Jahres wurden viele Tage in Rohnstock undFürstenstein zugebracht, wo im December auch der Herzog vonWürttemberg mit seiner Gemahlin und Suite auf einige Tageeingetroffen war. Am 28. December, an welchem Tage die Ver-mählung der Comtesse Henriette von Hochberg mit dem GrafenReichenbach stattfand, notirt unser Samuel Folgendes: „Hierbeideclarirte ich einigermaßen meine Verlobung mit Fräulein vonBurgsdorf und brachte meinen Tag sehr vergnügt zu."
Anfang Februar 1763 treffen wir den General Salomonmit seinem Regiments in Peterwitz, doch wird wenig davonnotirt. Mehr erfahren wir von den angenehmen und ver-gnügten Tagen, die unser Samuel nun mit seinem „Bräutel"verlebt. Die Hochzeit mit derselben wurde am 16. Februar inEichberg beim Baron Grunfeldt vollzogen, mit dem wir beieinem anderen Zweige unserer Familie nähere Bekanntschaftmachen werden. Das Fräulein Rahel Sophie von Burgsdorf,geb. 4. Juni 1737, stammte aus einer besonders in Sachsensehr angesehenen Familie; sie selbst war Capitularin des StiftsLippstadt, in welches sie 1758 aufgenommen worden war; einerihrer Brüder war in Dresden Minister, ein anderer dort Kanzler;ihr Vater Carl Gottlob von Burgsdorf (geb. 20. Oct. 1708 zuHohenziethen, gest. 30. Aug. 1766) war sächsischer GeheimerRath und Kanzler in Zeitz, ihre Mutter seine erste Gemahlin,Henriette Sophie, geb. von Gersdorff (verm. 1735, gest. 1747).
Das Stift Lippstadt in Westphaleu hatte das Fräulein vonBurgsdorf 1759 verlassen, um, wie wir ihrer „Lebens- undSterbensgeschichte", welche nachmals in Jaucr gedruckt erschien,entnehmen, „dem Winke der Vorsehung folgend nach Rohnstocksich zu begeben, wo die minderjährige Hochreichsgräfliche Fa-