121
draußen vor Freude des Herzens über das Glück des Seligenmit vergnügter Stimme ein lautes Halleluja au."
Das Gut Osscnbahr erhielt als Universalerbe des Sohnesder Vater zurück/ der es bereits am 1. Juli wieder übernahm.Die junge Wittwe Gottlobs schritt am 3. Juni 1765 zu Ojaszu einer zweiten Ehe mit einem Rittmeister Baron Saurma aufZülzendorf und wurde 1776 geisteskrank.
Der zweite Sohn Gottlieb befand sich zur Zeit des Ab-lebens seiner Mutter auf der Universität zu Halle, wohin ihnsein Vater im Anfange des vorhergehenden Jahres persönlichgebracht hatte. Die Reise dahin von Hertwigswaldau aus nahmdamals 9 Tage in Anspruch; am 31. Januar war sie angetretenworden und die Ankunft fand am S.Februar Abends statt; dieRückkehr Samuels über Potsdam und Berlin, wo dem MinisterGrafen Danckelmann und dem Großkanzler Jarriges Visite ge-geben wurde, dauerte danu 14 Tage.
Gegen Ende Februar 1761 war unser Samuel genöthigt,eine zweite Reise nach Halle zn machen, indem er am 23. diesesMonats per Estafette die Nachricht erhielt, daß sein Sohn Gott-lieb in Halle unter die Truppen engagirt werden sollte; da erhörte, daß der ebenfalls in Halle studirende Sohn eines GrafenRöder aus Holstein von gleichem Schicksal bedroht worden sei,so vereinigten sich beide zur Reise dahin. Unser Samuel holteden Grafen in Holstein ab. Während Letzterer schon unterwegsdie Nachricht erhielt, daß sein Sohn losgelassen worden sei,mußte Ersterer unter vielen Schwierigkeiten und Gefahren diebeschwerliche Reise nach Halle fortsetzen, wo er ebenfalls vomGeneral Krusemark die Lossprechung seines Sohnes vom Mili-tairdienste erlangte und auf der Rückreise das Königl. Haupt-quartier besuchte. Dort diuirte er mit den Officiereu desselben,„wo es sehr naß zugingl"
Die fortdauernden Kriegsstürme nahmen nach diesen Zwischen-fülleu in der Familie bald wieder die ganze Thätigkeit unseresSamuel in Anspruch. Im August hausten die Kosaken in Hert-wigswaldau und Osscnbahr, mährend die Familie, wie vieleandere Adlige der Gegend, mit Sack und Pack nach Landshutgeflüchtet war; dort fanden sie insbesondere auch bei den Herren