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[Hauptband] (1884)
Entstehung
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Mitglieder dieser Friedens-Executions-Commission waren dergewesene Kaiserliche Oberstlieutenant Christoph von Churschwandtauf Dötzdorf und ?uter Georg Steiner, Archipresbyter undPfarrer zu Striegan; ersterer hat das Protokoll geführt.

Was Raußke betrifft, so hatte der Bürgermeister in Strie-gau von dem erwähnten, sonst unserem Johann Praetorius so zu-geneigten Landeshauptmann der beiden Fürstenthümer Otto Frei-herrn von Nostitz den Befehl erhalten, am 15. Oktober (1653)die in Folge stattgehabten Uebertritts der Gemeinde zur lutherischenLehre, der auch der nunmehrige Besitzer angehörte, für den pro-testantischen Gottesdienst seit der Reformation in Besitz genom-mene Kirche zu versiegeln und den Pfarrer, der das Patent desLandeshauptmanns „an alle Prädicanten (evangelische Geistliche)vom 2. Oktober (1653), sich am 13. in Jauer zu stellen," un-beachtet gelassen hatte und mit Unrecht beschuldigt wurde, „schimpf-liche Worte gegen die Pfänder (bei Einziehung der gegen ihnfestgesetzten Geldstrafe) gebraucht zu haben," in Arrest zu bringen.Während unser Johann Praetorius sich, um dieser Execution per-sönlich ans dem Wege zu gehen, zu Pferde gesetzt und abge-ritten war, hatten auch die Eingepfarrteu den Pfarrer vorherweggeführt und der Verhaftung entzogen; derselbe kehrte jedochnoch einmal zurück und blieb bis zum Christtage 1653 noch inseinem Amte. Die Kirche war nun wirklich versiegelt morden.

Die Hertwigswaldc und Naußke betreffenden Theile desProtokolls*) eröffnen ein schreckliches Bild von den Zuständenjener Zeit und den Verhältnissen der lutherischen Religionsbekennerin den Fürstenthümern Schweidnitz und Jauer, insbesondere vonder Gewalt, mit welcher gegen die Protestanten vorgegangenwurde, und von den Ausschreitungen der letzteren, als sie derGewalt weichen mußten. Ein richtiges allgemeines Bild kannnatürlich nur das Gesammtprotokoll, das die Wegnahme von327 Kirchen behandelt,**) gewähren. Seit dieser Zeit bis zu der

*) Anlage 20.

66) Wir wollen hier bemerken, daß von den später in RichthofenschenBesitz gelangten Gütern in den beiden Fürstenthümern hierbei betroffen wurden:Mertzdorf, damals dem Sicgesmnnd von Kanl (Krull?) als Lehnsherrn, Ma-litsch, der llsärvi^is Kreckwitzen geb. Schweinitzen, Groß-Rosen (verwüstetes