Druckschrift 
2 (1865)
Seite
529
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plötzlich so unwohl, daß er auszusteigen verlangte. Meine SchwesterThusnelde, die ihn an diesem Tage auf der Spazierfahrt begleitethatte, half ihm aus dem Wagen steigen. Kaum ausgestiegen, fiel erihr bewußtlos in die Arme; ein zweiter Schlaganfall hatte ihn getroffen.Man brachte ihn wieder in den Wagen und nach Hause, diesem zweitenAnfall folgte bald ein dritter, und von da au konnte er das Bettnicht mehr verlassen. Er lag noch drei Tage in meist bewußtlosen:Zustande, und am 28. Juli erlöste der Tod ihn von seinem Leiden.An seinem Sterbebette stand seine treue Gattin, meine theuere Mutter,die ihn seit Jahren so liebevoll gepflegt und selbst in der schweren Zeitseiner tiefsten Hypochondrie in immer heiterer Geduld ihm zur Seitegeblieben war, standen sechs seiner trauernden Kinder, von denen dasjüngste erst fünf Jahre zahlte— und die beiden Pflegekinder, mitihnen seine ihn so innig liebende Schwester Sophie und des Hausestreue Dienerschaft, die Alle mit unbeschreiblicher Liebe und Verehrungan ihm hingen. — Mir allein von Allen, die noch zun: väterlichenHause gehörten, war es nicht vergönnt, des theneren Vaters letztenSegen und letzten Licbesblick zu empfangen. Ich hatte die große Ge-fahr, in der er schwebte, erst erfahren, als er schon gestorben war. —So hatte der Tod ein schönes und reiches Leben geendet.

Wer aus dem, was ich hier in treuer und kindlicher Liebe nieder-geschrieben, meines Vaters edlen Geist, sein reines Streben, seintiefes Wissen und thatenreiches Wirken, sein treues Lieben und seinebegeisterte Vaterlandsliebe ersehen, und die schönen und edlen Worteliest, die er in seinen: Testamente an seine Familie und Nachkommenrichtete, die ich jeden: Glied unserer Familie zu lesen an's Herz lege,der wird mir beistimmen, daß er zu den edelsten und bedeutendstenMännern unseres Geschlechtes gehörte und den hervorleuchtendsten des-selben, mit denen er dort oben vereint zu sein hoffte, würdig an dieSeite gesetzt werden kann. Sein Segen und seine Liebe, die so augen-scheinlich auf uns seinen Kindern und auf unserer ganzen Familie seitseinen: Tode geruht, und uns bei einer seltenen Einigkeit mit denFrüchten seines Strebens und Wirkens so reich beglückt haben, mögenauch ferner heilbringend unser Geschlecht beschirmen, und einen Jedenanspornen, Seiner würdig zu werden, und wie Er, nur für der Familie