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2 (1865)
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system, daß solches später in ein krankhaftes überging, in Folge dessensie durchs ganze Leben von trüben fixen Ideen geplagt wurde, überdie sie trotz ihrer großen geistigen Begabung nicht Herr werden konnte.— Als 14 jähriges Mädchen hatte sie während längerer Kränklichkeitihrer Mutter das Hauswesen 'allein zu führen und zu überwachen.Damals entdeckte sie die fortgesetzte Untreue zweier ihrer Domestiken,welche Schulden hatten, und zur Bezahlung derselben ihre Herrschaftnicht nur betrogen, sondern selbst bestehlen wollten. Als Luise dießbemerkt hatte, und Ermahnungen nichts fruchteten, drohte sie Beiden,im Wiederholungsfalle ihre Untreue der Mutter mitzutheilen, die siedann sicher aus dem Dienste entfernen würde. Die beiden Domestiken(Mutter und Sohn) kannten die nervöse Reizbarkeit des jungen Fräu-leins und suchten sie durch Furcht von der Ausführung ihrer Drohungabzuhalten. Sie sagten ihr: daß wenn sie ihre Drohung je ausführenwerde, sie ihr durchs ganze Leben keine ruhige Stunde lassen undihren guten Ruf vernichten wollten; sie würden sich mit Anderen ver-binden, um sie überall, wo sie sich auch aufhalte, zu verfolgen. DieseDrohimg machte zwar auf das junge krankhaft-reizbare Mädchen einentiefen Eindruck, hielt sie aber doch nicht ab, als sie neue Veruntreu-ungen beider Domestiken entdeckte, ihrer Mutter Mittheilnng zumachen, worauf diese die beiden Leute fortschickte. Beim Abschiedesagten sie zu Luise unter Ausstoßung vieler Flüche und Verwünschungen,daß sie nun ihre früher ausgesprochene Drohung vollziehen würden,und daß sie keine Ruhe im Leben mehr haben sollte. Letzteres gingauch wirklich in Erfüllung. Es ist möglich, daß diese Leute in derersten Zeit wirklich ihre angedrohte Rache ausübten, daß sie dieß aberlange fortgesetzt haben, kann, da es für sie zwecklos, ja selbst unmög-lig war, nicht angenommen werden. Allein sie hatten schon ihre schänd-liche Absicht erreicht. Das junge Mädchen konnte die Drohung nichtwieder vergessen, jedes Geräusch bei Nacht hielt sie für absichtlichenLärmen ihrer Verfolger, um sie im Schlafe zu stören; ihre Nervenwurden hierdurch bald so aufgeregt, daß sie wirklich keine Nachtruhemehr fand, und es dauerte nicht lange, so hatte sich der Gedanke,daß eine große weitverzweigte Verbindung bestehe, die sie verfolge,förmlich als fixe Idee, als Geisteskrankheit, bei ihr festgesetzt und dieseblieb ihr bis zu ihrem Ende. — Sie lebte nach der Mutter Tod einige