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s. 74. hatte, verkannte er nicht, daß seine nunmehrige Stellung auch1216. erheische, sie, wie die Kirche, von eigenwilligen Eingriffen desKaisers unabhängig zu halten. In Verbindung mit den Geg-nern, die er früher bekämpft, trat er jenen Umgriffen kühnentgegen und würde den ganzen Zorn des Kaisers habenempfinden müssen, wenn der gelobte Zug desselben in dasheilige Land und die Vermittelung Königs Heinrich, den dro-henden Sturm nicht beschwichtigt hätten. Er folgte dafürdiesem willig nach Italien, wo er bald das Ziel seines Le-bens fand.
Die von ihm vorgezeichncte Politik blieb nun die seinerNachfolger. Die Wahl der letzten hieng insofern noch immermit vom Kaiser ab, als dieser ihnen, auch nach dem tüilix-Unum von 1122, die Investitur mit den Reichslehnen ertheilteund die Wahl selbst, in seiner Gegenwart geschehen mußte.Denn wenn dabei zugleich auch bedungen war, daß dieselbeunabhängig und frei sein solle, so blieb doch die kaiserlicheEmpfehlung an die Wähler, fast so gut wie eine Ernennung.Nur dadurch wurde ihr Einfluß einigermaaßen gelähmt, daszu der Wahl außer dem Domkapitel und den sogenanntenPrioren der Kirche,') auch die vornehmsten Edlen des Landes
i) Welche alle dazu gehörten, ist nicht genau bekannt. In dem Schied-spruche der päpstlichen Commissarien zwischen Engelbert und dem Ka-pitel zu Soest über die Propstwahl v. 1221 heißt es: NroposNus llliomssciinbus vito suv propnsNnru Losationsi lidorv AnuüodN «U t.im ipsetsuikm suecessdl'es 8UI j us et, I 0 e u III jii'ioi'um in eeelesiil Ooln-
iiiensi Iiudetmnd. Es stand also in der Regel fest, welche Würdenträgerzu den Prioren gehörten. Daß aber ihre Zahl keine für immergeschlossene war, geht aus dem folgenden Satze hervor: SinnINor Ums.nrclüep». ol. nnsiur proposNns oNicieiit, guoü üeounus Losationsis«n Prior Lolanwnsis occlnsie. Seibertz 11. B. 1, N. 166. — Ueberihre Concurrenz zur Wahl vgl. die Z. 72 Note 1 angeführte Stelleaus laeod. (!e Snsnin. Welchen Einfluß sie im einzelnen Falle aus-übten, darüber geben die von Cäsarins erzählten Vorgänge bei derWahl FricdrichsII. von 1157 Aufschluß. IZöümer lonU's ii, 27b.Bei der Wahl Sifricds 1275, wollten die Domherren die Prioren nichtmehr zulassen, dorv. u iVortüoll cronicu (Seibertz Quellen II, 17.)Dies ausschließliche Wahlrecht des Kapitels scheint sich erst spät festge-stellt zu haben. Northoff a. O. S. 18, sagt zwar von Sifrieds Nach-folger Wigbold: rouourüilnr elnctus n eapNulo in Kussin. Demwidersprechen aber lacud. üo Susnto (Seibertz Quellen !, 193) unddie Lruninn prosnlnm in den Annal. d. hist. Vereins für den Niedcr-rhein II, 2H5, welche beide sagen: Iiio plus prsctic» (Inetiane) nulu-liuin, guani elootionv canoiiica (eanonioorui») asoenclens, und