303
Kaiser Karl hatte inzwischen die Erweiterung Böh-mens nach dieser Richtung hin nicht aus den Augen ver-loren'. Fest blieb sein Blick auf den Mittelpunkt Deutsch-lands gerichtet, den grade die Nürnberger Lande bildeten:und eine wie günstige Gelegenheit zur Erweiterung seinesErbkönigreiches auf das Burggrafenthum schien ihm dasGlück jetzt zu bieten, wenn Burggraf Friedrich V. der letzteseines Stammes blieb!
Kaiser Karls erster Erwerbsplan.
Wenige Tage vor Albrechts Tode hatte sich, durch dieGeburt eines Thronerben, des Kaisers sehnlichster Wunscherfüllt. Der nachmalige König Wenzel kam am 26. Fe-bruar 1361 uud bedeutungsvoll eben zu Nürnberg zurWelt. Des Kaisers Freude war unbeschreiblich^.
Der Taufe des Kindes, die in der Sebalduskirche zuNürnberg, von dem Erzbischofe von Mainz unter Assistenzmehrerer Erzbischöfe und Bischöfe, an: 11. April mit gro-ßem Gepränge vollzogen wurde, folgte zunächst das Leichen-begängniß des Burggrasen Albrecht: dann aber sehr baldauch die Verlobung des neugebornen Prinzen: und Elisa-beth, des Burggrafen damals noch einzige Tochter, war diefür den Kaisersohn wohlberechnet anöersehene Braut. Mitallen Förmlichkeiten wurde das Verlöbuiß gefeiert, auch vonden Eltern der also durch deren Willen verbundenen Kin-der mit Eidschwüren befestigt Selbst die Mutter des
1) Noir. III, bto. 417. 43. Corp. dipl. I,
1222. — 2) Ceseli. v. Lölimeir II, II, 352.
3) Non. III, No. 474. ?sl2öl's X-us. H-n-I IV.. vrk.II, 291. 292.