7- ^" 7/"
--
! ^ /' "-»^'.'> -siv/
- ' ^"-'M
806
t9. Jahrhundert.
die Herrn Vettern seinem Vater wegen Abschaffung des Richters(S. 730) und in andern nicht gewillfahrt, so müsse er auch aufAbhörung der Zeugen bestehen. Der General wurde indessen vomLandgericht abgewiesen, griff aber darauf in einer Schrift die Zeu-gen gröblich und schimpflich an. Dies veranlaßte den Pfarrer Crollam 6. Mai 171S zu einer Beschwerde bei den Kirchen-Patronen,daß der General in jener Schrift ihn "einen intercssirten Zeugen,„einen lebendigen Schwätzer genannt, der die Bibel nicht vor Augen„gehabt, offenbar falsch, Gott, der Wahrheit und dem Gewissen«zuwider deponirt, und ihn und die andern Zeugen, wegen dieses„offenbaren Perjuriums, zu bestrafen gebeten." Wie nun dieseCalumnien ihn und sein Pfarr-Amt, das er 27 Jahr bekleide, beiseinen Pfarrkindern heruntersetze und ihm aufs heftigste ins Herzschneide, so sey er genöthigt, den Rechtsweg zu ergreifen, damit derHr. General oder dessen Sohn ihm nicht größere Schmach zufüge.Er bittet daher ihn zu defendiren, zu secundiren, zu beschützen undihm zu rathen, wie er seine Defension führen solle. Eine gleicheBeschwerde erhält auch die Familie von Andreas Gerstenbergund den andern 5 Zeugen zu Werleshausen, über die ihnenauch gemachte Beschuldigung, den Eid ungerecht geleistet zu haben— sie bitten ebenfalls um Schutz. Derselbe ist ihnen auch ohneZweifel geworden, da schon im folgenden Jahre, 1716, des Ge-nerals Tod und zwar in Bornhagen erfolgte, wie man aus ei-nem Eintrag im dortigen Kirchenuche schließen muß. Es heist darin:
„16. Nov. 1717 ist mir (Pfarrer Rudorss) das Leichentuch, sohier auf dem Kirchsaal überm Jahr gelegen, nach geendigtemTrauer-Jahr wegen des Hrn. General-Majors Tode gereichetworden, welches sonst noch von keiner Leiche geschehen, deren dochunterschiedliche von Adel gehabt, und hat sich das Haus Besen-Hausen darin noch am rühmlichsten, wie auch sonst in vielenandern Dingen, gegen mich bezeiget, welches zu deren unsterb-lichen Nachruhm hiermit niedergeschrieben wird. Der große Gottwolle alle mir erzeigte Wohlthaten an dem ganzen Hause reich-lich vergelten um Christi willen. Amen."
Welche sonderbare Sitte eines Geschenks des Leichentuchs,