16. Jahrhundert.
Sammets aus Italien als eines Festtagskleids oder Sontags-Schmucks.
Die Klöster fuhren fort, neben Anhäufung der irdischen Güter,die wissenschaftliche Bildung zu bewahren, und wenn dies auch ge-rade nicht durch die Nonnenklöster geschah, so waren diese doch inden fchdelustigcn Zeiten oft ein Zufluchtsort für verlassene Frauenund Jungfrauen und ein Trost für manches gebrochene Herz,während die Pröbste dieser Klöster, des benachbarten Marien-gartcn und der 4 Eichsfeldschen Beucrn, Teistungcn, Zelleund Annerode noch lange die Schreiber und Ausfertigen derKauf- und Schuldbriefe, der Schenkbriefe und Stiftungen fürSeelenmessen waren, und die Ritter nur ihr Siegel in dem ange-hängten Wachs aufzudrücken brauchten, in der Urkunde aber esausdrücklich hieß, „daß es wissentlich und mit ihrem Willen geschehen."Schon in der Mitte des Jahrhunderts ficngcn sie an, neben demSiegel ihren Namen zu unterschreiben und die Bemerkung zuzu-fügen: „mit eigner Hand." — Die Abnahme des Nittcrthums undder Fchdczeit gab auch Muße, mehr zu lernen, und die Aufregung,die von Wittcnberg ausgieng, mehr Veranlassung dazu. Auch zogdas die Burgmanncn und Ritter von dem hohen Schloß in dasuntere Land, und lehrte sie an die Stelle verwüsteter Dörfer, Häuserund Rittersihc unter ihre Colonen bauen, denen sie sich dadurchnäherten und die ihnen dagegen die Häuser bauen und das um-liegende Land bestellen halfen.
Wenn auch die Kirchliche Wirren noch manche trübe Zeit her-beiführten, und solche durch eine Veränderung in der Zeitrechnungund den Streit über den Julianischen und Gregorianischen Calendcrvermehrt wurden, weil man 12 Tage nicht verloren geben wollte,welches alles über das Ende des Jahrhunderts in das folgendeübergicng — so sieht doch der denkende Menschenfreund, im Rück-blick auf die vergangene Jahre, mit großer Freude, daß durch denGlauben an einen gnädigen, weisen und crbarmungsvollcn Gott,die Sitte sich gemildert, Streit und Fchdclust abgenommen, derWohlstand, die Denkkraft, der Glauben und das religiöse Gefühlim Menschen große Fortschritte gemacht hatte, um ihn auf den Wegder Glückseligkeit fortzuführen.