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Kayserliche» macht voln kommenheit wißentlich in Krafft dieses Brieffs,und meinen, setzen und wollen, daß sich nun führohin der genannt Lud-wig und seine Eheliche Leibßerben und derselben erbens erben für undfür in owige Zeit Grasen zu Leonstein nennen, heißen, schreiben undseyn, und von manniglich also geheißen, geschrieben, geacht und gehaltenwerden, auch der obbestimpten Grasen zu Leonstein Wapen und Cleinot,in allen und Jeglichen Ehrlichen und redlichen fachen und geschefftenhaben, und führen, und dazu alle und Jegliche offen und BeschlosseneBrieve, so von Jr selbst oder anderwegen unter ihren anhangenden oderuffgetruckten Jnsigeln oder Pettschaften ußgehen, mit roten wachsBesigclen, oder verpettschafften, und des gegen meniglichen geprauchcnauch alle Gnad, Freyheit, privilsg-la, ehre, würde, Vortheil und ge-rechtigkeit haben, und genüeßen sollen, und mügen, die die Grasen vonLeonstcin zu solchem gehapt, gepraucht und genoßen haben. In akerma-ßen als ob sie von demselben geschlecht geboren weren, von allermannig-lich onverhindert, doch Uns und dem Reich an allen und jeden UnsernOberkaiten, Hcrrlichkaiten und Gerechtigkeiten ganz unvergriffen, undvuschadlich, ongewerde, und gepüeten darauf allen und Jeglichen Chur-fürsten, Fürsten, Geistlichen und Prclaten, Grasen, Freyen, Herren,Rittern, Knechten, Hauptleuthen, Vitzthomben, Vögten, pslegern, Ver-wesern, Ambtlcuthen, Schultheißen, Burgermeistern, Richtern, Rathen,Bürgern, gemeinden, und sonst allen andern Unsern und des ReichsUnterthanen und getreuen, in was würdten, Standt, oder Wesens die
t) Das rothe Wachs hei Siegeln ward seit dem 14. und 15. Jahrhundertfür vornehmer gehalten als das grüne, obgleich noch nach dieser Zeit auchFürsten und Grafen sich des grünen oft bedienten, gleich den Städtenund Ritterbürtigen, auch Klöstern. Daher ließen sich seit ungefähr derMitte des fünfzehnten Jahrhundorts manche Reichsstädte, Grafen undFreiherren u. a. Edelleute von dem Kaiser durch Privilegien das Rechtertheilen, mit rothem Wachs zu siegeln. Beispiele von Privilegien derKaiser Friedrich I. seit >447, und Marimilian I. von 1512, findet manin Mofer's teutschem Staatsrecht, Th. IV, S- 2l9 ff. u. Th- 4k>, S.425 f. In spaterer Zeit konnten auch Nichtadeliche dergleichen Privile-gien von dem Kaiser erlangen. Die ReichscanzleiTarordnung von 1«>54setzt die Tare eines solchen Gnadenbriefs auf 45 Gulden.