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Ludwig, zur Ueberzeugung jedes Unbefangenen für voll-ständig begründet zu achten seyn.
65.
Clara's Schicksal nach Friedrichs Tod.
Ein trauriges Loos war der edlen Clara bcschicdcn.Weinend noch an den: Sarg ihres Friedrichs, mußte sie trost-los auf lange Jahre in den Kerker wandern. Vergebensforscht man nach den Ursachen. Ein dichter Schleier, dennun schon Jahrhunderte lang die angestrengteste Forschung zulüften nicht vermochte I, deckt wahrscheinlich für immer dieUrsachen der an Grausamkeit grenzenden Härte, womit Kur-fürst Philipp, den die Geschichte mit dem Beinamen „derAufrichtige" (ing-ennus) beehrt hat, die Witwe seines Oheims,AdoptivVaters und Regierungsvorfahrs, von dessen Todes-stunde an unerbittlich behandelte. Auf seinen Befehl ward,als kaum die Augen des Siegreichen sich geschlossen, die ehr-same, die tugendhafte Clara, anfangs mir ihr sogar derdreizehnjährige Sohn Ludwig, zu strenger Haft gebracht.Ohne Anklage und Untersuchung, ohne Urtheil und Recht,ward sie bei neun Jahre lang, bis in das Jahr 1485,auf den: festen Schloß Lindenfels, in dem Ottenwald, gleicheinein ruchlosen Verbrecher, als Staatsgefangene in engsterGewahrsame gehalten; und auch nachher durste sie nie demKurfürsten vor die Augen kommen
1) "Aus was Ursachen", schreibt Kremer S. 537, „sie der neueKurfürst auf das Schloß Liudenfels setzen lassen, wo sie bei neunJahre verwahret worden seyn solle, weiß ich nicht".
2) In den Speyerer JudicialActen von 1511 und 1512, erklärteGraf Ludwig zu den Beweisartikeln- 107 und 108 als wahr,"daß Pfalzgbave Philips, sobald er in Regiment kome», sei»