Druckschrift 
[Text] (1875)
Entstehung
Seite
XVII
Einzelbild herunterladen
 

Das Ordenszeichen ist ein gekrönter Adler mit ausgebreiteten Flügeln, in den Klauen ein Spruch-band haltend, worauf die Worte stehen: ,,thue recht, scheue Niemand". Darüber hängt, aus Wolken her-vorgehend, ein Rechtarm, dessen Hand eine Zuchtruthe emporhält. Ritter und Knechte trugen den Adlerweiss geschmelzt, oder silbern. Nach der ersten Schlacht, oder Sturm, durften sie den rechten Flügel desAdlers, nach der zweiten, beide, nach der dritten den ganzen Vogel vergolden lassen, die Ritter zum Unter-schiede auch die Wolkenhand mit der Ruthe von Golde tragen. Ein Hauptartikel der erwähnten Stiftungs-urkunde lautet:

Wenn auch ain Lanndtsfurst zue Osterreich etc. wider der Christenhait vnd seine Feind zue Beheimvnnd Mercheren vermessenlich streiten will. So sollen all vnd jegcleich der Gesellschaft-Trager. Zue imekhomen vnd ime des beybesteen unnd helfen, vnnd ungeuerlich soll sich Khainer darin, ausswenndig warervnnd rechter ehrhaffter Notli. nicht Irren lassen".

Lief. i. XXI.

Der Kung von Engelland vnd Hibernia,

Ein quadrirter Schild, i und 4 Frankreich, im blauen Felde drei goldene zu Zwei und Eins ge-stellte Lilien. 2 und 3 England, im rothen Felde drei goldene blaugezungte, übereinander gestellte, nachrechts schreitende, leopardirte und gekrönte Löwen.

Die Zahl der Lilien ist, wie König Heinrich V (14131422) nach dem Vorbilde König Carls VIvon Frankreich (13801422) anordnete, auf drei beschränkt.

Auf dem Schilde stehen zwei goldene, einander zugekehrte Turnierhelme, von welchen der mitrother Decke versehene zur Rechten mit einer Laubkrone gekrönt ist, während auf dem mit goldfarbigerDecke versehenen zur Linken eine rothe, hermelingefütterte Mütze ruht. Auf der Krone, wie auf der Mütze,erscheint ein goldener, blaugezungter und gekrönter Leopard, und zwar der zur Rechten stehend (Stantant),der zur Linken sitzend (Sejant), beide, wie die Helme, nach einwärts gekehrt.

Um den Schild schlingt sich das Lancastrian-Collar. Die goldene, aus Buchstaben, einem. 2436mal wiederholten S, gebildete Kette, welche auf einem schwarzen Sammet- oder Lederstreifen aufgelegt undan jedem Ende mit einer goldenen, mit drei Schellen-Quasten besetzten Schliesse versehen ist. Wir habenhier nicht etwa die Kette des Garter vor uns, sondern ein Gesellschaftszeichen, welches die Könige vonEngland, wie uns aus dem Herald-college zu London mitgetheilt wird:were accustomed to bestow upontheir friends and followers". Das blaue goldgestickte Band des Garter mit der InschriftHony soit qui maly pense!" hat bekanntlich erst König Heinrich VIII (15091547) eingeführt, obwohl dasselbe schon im15. Jahrhundert mit der herkömmlichen Schnalle auf Denkmälern erscheint. Nachgewiesen bei BoutellHeraldry, London 1863. Chap. XX. S. 266. No. 591. 591a. 592. Ferner S. 288. 290. 292. vergl. dazu:Beltz, Memorials of the most nob. Ord. of the Garter. Lond. 1841.

Über dem obenbeschriebenen Wappen von England steht der Schild von Hibernia (Irland), gleich-sam mit einem schrägrechts gelegten Coat of mail (cotte de mailies) überzogen und mit einem rothen Mittel-schildchen bedeckt, worin sich neun, zu 3, 3, 2 und 1 gestellte goldene Tropfen befinden. Das Wappenbildder Harfe kommt zuerst auf Irländischen Münzen Heinrichs VIII vor.

Unter dem Englischen Wappen erscheinen zwei Rennschilde (ä bouche), von denen jeder miteiner aufgerichteten grünen Straussenfeder geschmückt ist. Das Schild zur Rechten ist 5 ftial in 4 Reihenvon Gold und Blau geschacht wegen Warren (Varenne) oder Nortifeld (vgl. Boutell a. a. O. No. CCXXXII.).Das zur Linken hat in Roth einen aufgerichteten, goldbewehrten und gekrönten silbernen Löwen wegen Se-grave (vgl. ebenda); Segrave hat aber sonst noch ein anderes Wappen (vgl. Boutell a. a. O. Chap. XXVI.Sa. three garbs, arg.)

Über dem Ganzen schwebt eine goldene gedoppelte fünfblättrige Rose, das Emblem von England.

Virg. Solis hat den gekrönten Löwen des Helmschmucks aufgerichtet und mit Schwert bewaffnet;um den Schild das Band des Garters.

Wem. C. I. 22.Grossprittania vnd Ybernia". ibid. I, 9b. Wolffb. C. 36.