Druckschrift 
[Text] (1875)
Entstehung
Seite
XVI
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Lief. 3.

Der Kling von Ungarn

xix.

ist och der gesalbten Kung ainer, vnd sind die Würm sin Gesellschaft, so da gezaichnet stan".

Ungarns Wappen, nicht aus der Zeit des Constanzer Concils (Conc. B. 170.), sondern wie es 1483aussah, zur Zeit des grossen einheimischen und volksthümlichen Königs Mathias Corvinus (f 1490 im er-oberten Wien), steht hier vor uns. Dies bezeugt der kleine Goldschild mit dem schwarzen, einen Ring imSchnabel tragenden Raben in der Mitte des Blattes. Mit gleichem Rechte, wie das Wappen vonWosen"(vergl. Conc. B. 199 b. und Virg. SolisWapen, ausländ. Königreiche" No. 48.) d. i. Bosnien, hätten die Schildevon Österreich, Mähren, Schlesien, Böhmen und Serbien, als Besitz- und Anwartschafts-Wappen, beigefügtwerden können.

Wem. C. I, 22 b. Wolffb. C. 33.

DieWürm" d. h. der Drachenorden, galt unserm Grunenberg alsdie Gesellschaft" des Ungarn-königs. Die milites draconis erscheinen urkundlich schon 1397. Herzog Albrecht von Österreich (f 1404)führte bereits im Siegel einen vierfüssigen gekrümmten Drachen. Das eigentliche Ordenszeichen war derunter einem strahlenden Kreuze hängende Lindwurm. Auf dem Kreuze stand der Länge nach:O quammisericors est deus". Der Quere nach: ,Justus est pius!"

Dr. Herrn. Luchs, schlesische Fürstenbilder des Mittelalters, Breslau 1872, beschreibt das Grabmaldes Herzogs Wenzel von Liegnitz, welcher 1364, den 2. Juni, verstarb. Auf diesem Monument erscheint bereits,an einer Halskette hängend, der vorbeschriebene Drachenorden. Vielleicht wurde derselbe nicht erst vonHerzog Albrecht IV, sondern schon von dessen Vater, Albrecht III von Österreich (1358 f 1395), und zwarwo nicht früher, 1377 aus Anlass des Kreuzzugs nach Preussen, gestiftet.

Im Jahre 1408. 12. December ertheilte K. Sigismund von Ungarn seinen Drachenrittern, als einerbesonders ehrenwerthen Gesellschaft, welche ihn als König, wie als Flüchtling und Gefangenen, niemals ver-lassen, ein feierliches Privilegium. Die Namen derselben waren:Dezpoth 1 ), Cily 2 ), Gara 3 ), Stiboricz 4 ),Tamasi 5 ), Laczk 6 ), Maront 7 ), Ozora 8 ), Zech 9 ), Korbavia ie ), Zeechen "), Alsaan 12 ), Chak 13 ), Besseni u ), Pegh 13 ),Nadäsd 16 ), Peren 17 )".

1) Dezpoth ist kein Familiennamen sondern bezieht sich auf den damaligen Serbischen Despoten Stephan.

2) Die Steyrische Grafenfamilie Cilly.

3) de Gara aus Slavonien, ausgestorben.

4) Stiboricz, Stibor vajola, aus Polen stammend.

5) Tamäs, Tamäsi, Tamässy.

6) Laczk ausgestorben.

7) Maront, lies Maroth, ausgestorben.

8) Ozora, ausgestorben.

9) Zecli, später Szechy, ausgestorben.

10) Korbavia (richtiger de Corbavia) ausgestorben.

11) Zeechen, de Zechen von dem jetzigen Orte Szecseny, ausgestorben im 15. Jahrhundert, nicht zu verwechseln mit

Szeclienyi und Szecsen.

12) Alsaan unbekannt.

13) Chaky (Chak oder Chaak, Csäky) noch blühend.

14) Besseny (Bissenus) jetzt Bessenyei.

15) Pech, jetzt Peehy.

16) Nadasd, jetzt Nädasdy.

17) Peren, jetzt Perenyi, nicht zu verwechseln mit Berenyi.

XX b.

Kunig von Behem, des haiigen RömischenRichserczschenk vnd Kürfürst etc.

Wem. C. I, 22. Wolffb. C.

Albrecht von Österreich, der Schwiegersohn Kaiser Sigismunde, hatte als Brautschatz seiner Ge-mahlin Elisabeth (1422) das Markgrafthum Mähren erhalten; nach des Kaisers Tode (1437) wurde er Römisch-deutscher König, König von Ungarn und von Böhmen. Albrecht hatte schon 1433 d. d. Wien am Montagnach St. Georg (27. April) die Gesellschaft mit dem Adler gestiftet:zu sonder Lob der christlichen Kirche,um ihren Glauben zu stärken wider die Ungläubigen". Unter letzteren waren nicht blos die Türken, sondernauch die schlimmen Hussiten mit inbegriffen. So wenigstens urtheilte unser Grünenberg, welcher in seinergetreuen Anhänglichkeit an das Haus Ilabsburg sich das Wappen des Königs von Böhmen nicht andersvorstellen konnte, als begleitet von dem österreichischen Ordenszeichen! Als ob sich die Regierungs-zeit Georg Podebrads von Kunstadt und seiner Jagiellonischen Nachfolger todt schweigen Hesse!

k

Lief. 4.

Der

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