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2 (1855) Geschichte
Entstehung
Seite
176
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klopfte es zu. Ein schlauer Bürgersmann, der den Klopfcgeist sicher fangen wollte,hatte einen Beutel mit^Psennigcn in der Tasche und fragte nach der Anzahl derStücke. Die richtige Antwort war 681. Das „DingS" klopfte einem Bäcker dieZahl der am Morgen gcbackeneu Zwiebäckc zu, einem Kaufmann die Ellen Band,welche er am Tage vorder abgemessen, einem Andern die Summe Geldes, welcheer vorgestern auf der Post empfangen hatte. Auf Verlangen pocht der Geist auchim Dreschflegel- oder Scheunentacte und zwar so entsetzlich laut, daß den Leuten„Hören und Sehen verging". Wurde beim Nachtessen daS Gebet gesprochen; soverfehlte er niemals beim Amen zu klopfen, geradeso wie der Poltergeist im Hausedes Pfarrers Weslcy, was aber einen glaubcnStapfern Küster nicht hinderte, imvollen Ornat als Teufelsbanner den bösen Geist aus seinem Winkel vertreiben zuwollen. Die Beschwörung war vergeblich. Der Geist fürchtete sich vor nichts undgab dem regircnden Herzog Karl und dessen Bruder Ferdinand ebenso entschlosseneund richtige Antworten, wie allen übrigen Menschenkindern.

Von nun an nimmt die Geschichte einen ziemlich tragischen Verlaus. DerHerzog beauftragt einen 'Arzt und einen Rechtsgclchrten, die Sache zu untersuchen.Die gelehrten Herren erklären das Klopfen aus der Wirkung — unterirdischerQuellen. Sie lassen acht Fuß tief bohreu und finden natürlich Wasser, denn Dibbcs-dorf liegt hart an den üppigen Schunterwiesen. Die Stube füllt sich mit heraus-quellendem Wasser, aber der Geist klopft nach wie vor in demselben Winkel. Nunvermuthen die Männer der Wissenschaft Betrug und erzeigen einem Knecht die Ehre,ibn für das allwissende Kloppedings zu halten. Er wolle, meinen sie, die Mägdedamit äffen. Alle Dibbesdorfer werden angewiesen, zu einer bestimmten Zeit inden Stuben zu bleiben; auch der Knecht wurde beaufsichtigt, denn gerade ihn hattendie Gelehrten scharf auf's Korn genommen. Der Klopfegeist beantwortete ihnenindessen nach wie vor alle Fragen und man mußte den Knecht unbedingt von derTheilnahme an dem Spuke freisprechen. Aber die löbliche Justiz wollte einmal einOpfer haben. Sie biclt sich also an die Eheleute Kettelhut, wohlhabende, redliche,unbescholtene Menschen, die selbst über das Treiben des Klopfcgeistes in Verzweiflungwaren und brachte eine junge Kindsmagd durch Drohungen und Versprechungendahin, daß diese erklärte, sie glaube, daß die Eheleute Kettelhut das Klopfen be-wirkten. Darauf hin wurden beide sogleich in's Gefängniß geworfen. Freilichschwört nun die Magd unter Thränen, man habe sie von Seiten der GcrichtSherrenverleitet eine Lüge zu sagen, ihre Herrschaft sei so gewiß unschuldig, wie Gott imHimmel lebe und sie widerruft feierlich. Doch man behält Mann und Frau imZuchthausc, obwohl der Geist auch dann noch ununterbrochen sortklopst. Erst nach