— 91 —
jedoch tritt ein solcher Heimathwechsel fast ein Jahrhundertspäter bemerkbar hervor, wenngleich derselbe möglich, ja selbstwahrscheinlicher Weise längst statt gefunden haben mochte. ImNorden zeigten sich die ersten deutschen Ritter an den Höfender deutschen Grafen von Schwerin und von Natzeburg,leicht erkennbar an ihren deutschen, von außerhalb stammendenNamen; sie wechselten auch wohl herüber in die eigentlichenObotritenlande, seitdem deren Fürst Prib iS lav, der Sohn deöletzten heidnischen Königs Niclot, 1179 zum Christenthnmübergetreten war, aber ansässig haben sich von allen Dienst-leutcn Herzog Heinrich deö Löwen während seiner Herrschafthier keine gemacht M. Nach dem Sturze des Sachsenherzogs1182 und dem Tode des ersten christlichen Wcndenfürsten 1178,sank selbst das Christenthum durch eine letzte aber um so zähereSchilderhcbnng der Wenden wieder in Nacht zurück, und warbesonders im südlichen und westlichen Theil Mecklenburgs Auf-ruhr und Verwüstung allgemein, so daß auch die gestiftetenGotteshäuser eingingen; dazu kam noch, daß nach dem Todedeö Herzogs von Sachsen 1195, und dem fast gleichzeitigendes ersten Grafen G ünz e lvonSchwerin und Bcrnh ard 'svon Ratzebürg die Brandenburgschen Ansprüche an denWendischen Norden dringender hervortraten, und sich hier mitden Dänischen begegneten. Die Entscheidungskämpfe, an denenbald Fürst Borwin l. und die Pommerschen Herzoge in dereinen oder andern Weise Theil nahmen, verwüsteten das Landnoch mehr, als endlich durch die Gefangcnuehmung KönigWaldemars vonDänemark durch die Grafen von Schwerinam 7. Mai 1223, und besonders durch die siegreiche Schlachtbei Bornhövde 22. Juli 1227, die Macht der Dänen ge-brochen wurde, das Land nun sich nicht nur frei wußte, sondernauch frei fühlte, und um so schneller seiner Entwicklung ent-gegen ging, als auch der letzte Wendenaufstand, der nicht ge-brochen worden, sich in friedlicher Weise gelegt hatte. Mit dem