Druckschrift 
1 (1858)
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

— 83 —

oft wiederholt haben, und wir würden dann unzählige Ortedesselben Namens finden; dem ist aber nicht so. Unerledigtmuß daher bleiben, ob das Geschlecht den Namen nach demvorgefundenen Orte, oder umgekehrt, der Ort seinen Namendemselben verdankt, der dann doch wiederum Geschlechtsnamcgeworden ist. Danneil(si) sagt noch: man könne, obgleich untergewissen Beschränkungen annehmen, daß diejenigen alten Ge-schlechter, welche ihren Namen nach altmärkischcn Burgen oderOrten führen, schon damals, als diese Namen aufkamen, inder Altmark wohnten; dies zugegeben, so wird dadurch dieeben angegebene Möglichkeit der Namens-Begründung nichtausgeschlossen, vielleicht noch bestätigt, wenn wir uns die Win-terfelde schon zuvor als Burgmanncn in der Gegend denken,bevor sie den Ort gegründet, nach dem sie sich später nannten.

Der Ort Winterfeld muß sehr alt sein, obgleich ererst urkundlich im 14. Jahrhundert erwähnt wird. Auch umdiese Zeit lernen wir erst einen Pfarrer daselbst kennen. NachRiedel GZ) wird Mösenthin schon 1250 erwähnt, einMarod de Musith in, der hiervon seinen Namen erhalten,schon 1100; da nun die Kirche zu Winterfeld seit uralter Zeitdie muler des Gotteshauses zu Mösenthin ist, die kirchlichenEintheilungen aber sich immer als die ältesten und dauerndstenerzeigen, so läßt sich schon um deswegen auf das hohe Altervon Winrerfeld schließen. Sollenthin wie erwähnt, so wieBaars waren gleichfalls lilialö von Winterfeld. Beideliegen Ii Meilen südwestlich von Salzwcdel.

Gottschädt nennt Winter selb in seiner Beschreibung„alter Marktflecken." Solcher kleiner Flecken gab es frühersehr viel mehr denn jetzt; bei weitem die große Mehrzahl der-selben ist zum gewöhnlichen Dorfe herabgesunken. Der OrtWinterfeld war vcrmuthlich bereits eine slavische Ansiedelung,als er einen deutschen Namen erhielt. Nach Beckmann GS)

0*