Der erstere seit 1363 (31.), 1372 der ältere (13.), derzweite seit 1369 (16.), zum Unterschiede von jenem „derjüngere" genannt. Nur von dem letzteren hat sich ein Sie-gel erhalten, es stimmt ganz genau mit dem des 1335(16.) ohne Zunamen genannten Antonins. Dies, nnddas häufige Ucbcrgchen des Vornamens vom Großvater ansans den Enkel, hat mich zu der Vermuthung veranlaßt, daßbeide die Eichel dieses letzteren. Anwnius, der ältere istder Stammvater der Uarsnevit; — Panscvit? — Oam-baner; Antonins der jüngere der Stammvater derSchweikevit? — Salkower Linie des Geschlechts derArassow. Wie die Väter der beiden Anton geheißen, hatkeine Urkunde ergeben; — vielleicht Johann, Hans,Henning, Hcnnckc, da die Sohne beider Johannhießen. Wenn dies richtig, so möchte man „HannesKrassow, de wanet to Pascke und Hans Krassow toWarsekovitze" dafür halten, die 1377 (18.) genannt werden.Dafür spricht das Fehlen der beiden Anton in jener Ur-kunde, was erklärlich wird, wenn man die Genannten fürihre Väter nimmt, durch die sie vertreten; dagegen scheint mirdas Vorkommen der Söhne des Anton Krassow 1363 (38.),die freilich erst viel später, Johann seit 1391 (73.), dieübrigen erst 1161 (86), namentlich genannt werden, nnddes 1383 urkundlich genannten Sohnes von Anton demjüngeren, Johannes (61.), zu sprechen. Der KnappeHans Krassow wird ohne nähere Angabe seines Sitzesnoch 2 mal im I. 1386 (57 nnd 59.), genannt.
Bevor ich jedoch zur Genealogie der einzelnen Liniendes Geschlechts der Krassow nnd der mit ihnen stamm-verwandten Familien übergehe, möge hier eines Mannesgedacht werden, der im letzten Jahrhundert ziemlich allgemeinfür den Stammvater desselben gehalten worden, des Sezemavon Krassow. Zuerst vermuthete Gauhen ') den Zu-sammenhang des rügcnschcn mit dem böhmischen Geschlecht,zu welchem er gehörte, nnd seitdem ist die Wahrheit dieserConjectnr allgemein angenommen.
Znr Berichtigung diene Nachstehendes:
1) Letzteres Ableitungen oder Deminutive des ersten Namens.
2) J oh. Fricdr. Gauhen, des heil. Rom. Reichs Genea-logisch-Historisches Adels-Lexicon, Ir Thl. (Istc Ausgabe 1719 zu 85gnnd 2te Ausgabe 174» x. 831.)
Sezema v. Krassow nannte sich nach der gleichna-migen Burg in Böhmen im Pilsner Kreise, deren erster be-kannter Besitzer er ist. Er stammte von Hroznata, der1197 Tepcl und Chvtesvw stiftete, ab, dessen Nachkommensich im 13ten nnd Anfang des Uten Jahrhunderts nur v o nKrassow nannten; erst später nahm eine Linie den Namenvon Guttenstein, eine andere den von Wrtby an. IhrWappen waren im Schilde drei, nnd ans dem gekrönten Helmei» Hirschgeweih '). Sezema von Krassow war KönigWenzels II. Obertrnchscß. Als dessen Mutter Kunignn de,König Ottokar 11. Wittwe, 1283 ans Grätz bei Trop-pan, wo sie seit 1279 residirtc, ans Wunsch ihres Sohnesnach Prag zurückkehrte, bewirkte sie, daß Zawis von Ro-senbcrg wieder an den Hos gerufen ward, nnd bald gro-ßen Einfluß gewann. Hierdurch fanden sich einige der Ba-rone gekränkt, nnd da ihr Einfluß nicht hinreichte den Zawiszu entfernen, griffen sie um den 16. November 1283 zu denWaffen. Unter ihnen befand sich Sezema von Krassow.Ihre Gegner, ans deren Seite auch der König mit seinerMutter stand, waren indeß stärker. Die Feinde desZawis wurden ans ihren Aemtern verdrängt und diese mitseinen Anhängern nnd Freunden besetzt. Ueber den Gangdes Krieges steht nichts fest; im nächsten Frühling kam erstein Waffenstillstand, dann am 25. Mai ein völliger Friedezwischen beiden Partheien zu Stande. Aber Herr Sezemavon Krassow hielt denselben nicht lange. Da ZawisMacht immer mehr stieg und er sogar Anfangs Juni 1281seine Vermählung mit der Königin Wittwe Kunignndezu Prag mit großem Pomp feierte, so setzte er seine Feind-seligkeiten fort und befehdete besonders die zwei königl. Burg-grafen von Taus, Pota von Potcnstein nnd S ob ehr dvon Litic. Deshalb zog Zawis 1285 in BegleitungKönig Wenzels gegen ihn nnd andere Ruhestörer nnd un-terwarf sie völlig 2).
Wie lange die Burg Krassow bei den NachkommendeS Sezema blieb, ist unbekannt, nnd erst zu Anfang des
1) Der letzte Graf v. Wrtby starb 183», der letzte Graf vonGuttenstein etwa I»» Jahre früher. Abbildungen des G'n. und W'n.Wappens f. Siebmachcrs Wappenbuch I. 18 und 2. Supl. Tab. 2.— tZonk. Franz Palacky Gesch. von Böhmen 2r Bd. 2. Abth. i>. lti.
2) Palacky a. a. O. 1l. 1. Abthl. p>. 347 — 43. und lichitomo
Historie» rorum hoheinic»run>. »uotoro I1oliuosl»o L»II>ii>o, vsoeiotnto ckosn. ?r»A»e »oiro i1IDt-1-XXV11. ll-ib. lll. I-»p.XVI. z,»K. 235,nnd p. 312 »ot.