I5ren Jahrhunderts finden wir den Herrn Herbert vonKolowrat im Besitz derselben, Dieser übergab Krassen?nm das I, 1120 seinem jungem Sehne Ha uns, währendder ältere, Friedrich, die Burg Liebstem zu seinem Antheilerhielt. Beide Brüder zeichneten sich während des Hussiten-krieges aus. Im I, 1425 schlug HannS eine AbtheilungHussiten, welche die Umgegend Krassows verwüsteten und sichans die Burg wagten, mit blutigen Köpfen zurückkehrend.
Nach Hauus's von Kolowrat Tode im I, 1450nahm dessen ältester Sohn, Ha uns II., Krassow nebstZbirow, Tocnik und Zcbrak in Besitz, Wie lange dieseGüter bei seinem Geschlecht verblieben, ist nicht anzugeben.Erst 1558 wird ihrer wieder gedacht, wo sie dem RitterJohann Mladora von Solopisk zugehörten, von demsie 1571 an Wilhelm Switak von Landstein über-gingen, welchem 1589 Ferdinand Renspcrgcr vonRcnsperg im Besitze nachfolgte. Die Schicksale und BesitzerKrassows während des 30jährigen Krieges sind nicht genaubekannt. Bald daraus kam es an die Ritter Miseronivon Lisson, deren letzter Sprosse, Norbert Miseronivon Lisson, um das J, 1078 starb und wahrscheinlich vonhart gedrückten Banern erschlagen ward Dessen Wittweverkaufte 1678 die Burg Krassow, sammt den Dörfern Kv-zoged, Borek, Bvhy, Nakolaus und dem Maierhofe Rohydem Abt des Cistercienser Stiftes Plaß, P, BencdictEngelken, der sie mit den übrigen Stiftsgütern vereinigte,mit denen dieses Dominium noch heute ein Ganzes bildet.
Bis zum I, 1785 war die Burg Krassow in völligbewohnbarem Zustande, Sie war ans einer schroffen klippi-gen Felsenzacke erbaut, welche gegen Westen durch einenschmalen Rücken mit höheren Waldbergen zusammen hängt,nördlich aber durch tiefe dunkle Klüfte begrenzt wird, in derenTiefen ein Wildbach braust. Ost- und südwärts umspülendie Fluthen der Mies diesen grotesken Felsengrad, In derletzten Hälfte des I8ten Jahrhunderts führte eine lange,über tiefe Steinklüfte gespannte und ans 3 gemauerten Pfei-lern ruhende Brücke zum Thore. Vor der Brücke erhob sich
I) Das Erlöschen dieses Stammes erzählt der bekannte böhmischeNovcllendichter Jan z Hwezdy in einer Ballade^ die in seinen „za-bawne spih/ (3 Bde., Prag 1843, 8.) abgedruckt ist.
ein Häuschen, welches in frühern Zeiten ein GcrichtSfrohn,später aber der Waldheger bewohnte. Das Schloß selbstbestand ans 2 massiven Hauptgebäuden mit oberen Stock-werken und einem hohen runden Wartthnrm und hatte eineöffentliche, der heil, Ludmilla geweihte alte Burgkapcllc,
Als im I, 1785 aus Befehl Kaiser Josephs II. dasCistercienser-Stift Plaß aufgehoben und dessen Güter demk, böhmischen Religionsfond zugewiesen wurden, schlug demSchlosse Krassow die Vernichtungsstunde, Die k, k, Staats-güter-Administration ertheilte den Befehl, dieses Denkmal desAlterthums niederzureißen und daS Material davon theilszur Wiederherstellung des Maicrhofes Rohy zu verwenden,theils an die umwohnenden Landlcnte zu verkaufen — undso war bereits im I, 1800 Krassow ein wüster Trümmer-Hanfe! — Die Bauern des Dorfes Rohy sahen das einmaldemolirte Schloß für einen Steinbruch an und versetzten esdurch fortwährende Abtragung in seinen gegenwärtigen Zn-stand, Jetzt wird Krassow wenig besucht und seine noch er-haltenen von Ranch geschwärzten Gewölbe dienen in denSommermonaten den vielen in dieser Gegend umherziehen-den Zigeunern zum Aufenthalte, Mit den übrigen Güterndes ehemaligen Cistercienser-Stiftes Plaß befindet Krassowsich jetzt im Besitze des Fürsten Clemens Mettcrnich '),
Gauhcn a, a, O, sagt ferner' „Nachgehende! wird inI.'uaKlu»! Ili.-et. I>c>!o». I'om. 3 gemeldet, daß Rochusvon Krassau nebst seinem Bruder, dem König in Polen,Stephan», wider die Danziger gute Dienste geleistet."(1572) Nach dem, was oben gesagt, ist wohl kaum anzu-nehmen, daß dieser Rochus zu dem großen böhmischen Ge-schlechte gehört, eben so wenig kann man ihn, bei den ge-nanen Nachrichten über die Familie von Krassow ansRügen, in denen seiner überall nicht gedacht wird, zu dieserzählen, und so bleibt nur übrig zu vermuthen, daß er zueiner weiter nicht bekannten Familie gehört, die sich nacheinem der mehrfach in Polen vorhandenen Orte Krassownannte.
1) Aus Franz Alexander Hebers: Böhmens Burgen, Besten undBergschlösscr, Prag 1845. Druck von C. W. Mcdan et Lx. 3r Bd.x. 147 u. folg.