Vorwort.
!Aie nachfolgende Arbeit, eine urkundliche Geschichtedes Krassowschen Geschlechts, war ursprünglich nichtfür die Oeffentlichkeit bestimmt. Als Handschrift ge-druckt, sollte sie nur an die zunächst Betheiligten undetwa an einige sich besonders für dieselbe interessirendeFreunde vertheilt werden. Die im 2ten Theile abge-druckten 5W Urkunden, die hier alle meist zum erstenMal veröffentlicht werden, so wie einige der von mirhinzugefügten Anmerkungen, welche innere Verhaltnisseund Zustände meines Heimathlandes erörtern, diewährend des Druckes mehreren mir befreundeten Ge-lehrten bekannt wurden, veranlaßten diese, mich aufzu-fordern, die etwaige Benutzung des Buches einemgrößeren Kreise zugänglich zu machen. Mir konntedies nur lieb sein, und der Königl. Regierungs-Prä-sident Graf Carl Rein hold Krassow auf Di-vitz w., Ritter des St. Zohannitcr-Ordens, der allezur Ausstattung des Buchs erforderliche Kosten her-gegeben, erklärte sich bereitwillig damit einverstanden.So erscheint denn dasselbe auf dem Büchermarkt.
Sollte meine Arbeit vielleicht jemanden in dieHände fallen, der das Eingehen ins Detail an man-chen Stellen überflüssig und uninteressant findet,so bitte ich, die ursprüngliche Bestimmung des Buchsnicht zu vergessen. Für die Familie selbst ist Allesinteressant, was über die Art und Weise, den Cha-rakter und die Schicksale ihrer Vorfahren Aufschlußgiebt.
In den Anmerkungen ist die Geschichte einernicht unbeträchtlichen Zahl von Geschlechtern erörtert,die meist ausgestorben, deren Name hier im Landemeist verschollen ist, obgleich die Träger mancher die-ser Namen in ihren Tagen angesehene und mächtigeMänner waren, die Einfluß auf das Schicksal ihresLandes hatten, deren Freundschaft oder AbneigungGegenstand des Stolzes oder der Furcht ihrer Zeit-genossen war. Ich glaube nicht, daß diese Versuchedem alles übcrfluthenden Strom der Zeit, vielleicht fürkurze Dauer und in kleinem Kreise, einige Fragmente