Nächst dem obersilurischen Litvites giganteus Sow. 1 ), einem der schönsten Fossiliendes englischen Lower Ludlow, ist es der grösste bis jetzt bekannt gewordene Reprä-sentant seiner Gattung. Auch jene englische Species zeigt in der allgemeinen Formeinige Analogie mit der unsrigen, besitzt jedoch keine geschlossene Spirale, weichtausserdem durch ihre schrägen, von den Bauchrändern nach hinten abfallenden undauf dem Rücken verschwindenden Querwülste sehr bedeutend ab und ist zugleich imQuerschnitt um ein Geringes höher als breit.
Hingegen besteht eine sehr auffällige Aehnlichkeit mit dem schon bei der vorigenArt erwähnten Lituites convolvens Iiis.; dieselbe ist sogar so gross, dass ich die Mög-lichkeit der Identität beider Arten nicht bestreiten kann, vorausgesetzt dass in Schwedenauch Exemplare von diesem convolvens mit langem freien Arm (der in der betr. Figurnur 30 mm misst) vorgekommen sind. HlSlNGER giebt für ihn keinen andern Fundortals Ljung in Ostgothland an; doch nennt Sjögren 2 ) auch Oeland, und die Sammlungder Forstakademie besitzt von derselben Art (wenigstens glaube ich es so bestimmenzu können) ein gutes Exemplar aus rothem, grünlichgeflecktem Orthocerenkalk von derKinnekulle am Wenernsee Westgothlands' 1 ), bei dem aber ein losgelöstes Ende kaumzu sehen ist. Die Grösse der Spirale, die Form des Querschnitts und die Kammer-höhe stimmen mit meinem Lit. heros gut überein; der Sipho ist massig gross und liegtzwischen Centrum und Rücken, jedoch letzterem etwas näher. Ein geringer Unter-schied scheint allerdings darin zu liegen, dass bei dem Stück von der Kinnekulle dieStreifung auch über den Rücken gerade hinweggeht und die Nähte der Septa etwaswellig verlaufen. Uebrigens will IIisinger's loc. cit. gemachte Angabe, dass die Kam-merwände genähert und die Umgänge gerundet seien, zu keinem der fraglichenExemplare recht passen; wenn dabei der in der Medianebene comprimirte Querschnittnicht besonders betont wird, so beruht das indessen wohl auf der sehr knappen Fassungder Diagnose.
Mag nun aber das oben von mir beschriebene Fossil von IIisinger's Lit. con-volvens specifisch verschieden sein oder nicht, worüber völlige Gewissheit noch nicht
*) Murciiison , Siluria, ed. 3, p. 259, T. XXXIII. Fig. 1—3; M'Coy , British Palaeozoie Fossils, fase.II, p. 324 (als llortolus giganteus).
2 ) Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Forhandlingär, 1851, p. 41.
An dieser Stelle werden von Sjögren neben Lit. lituus His. und Lit. convolvens His. noch zweiunbenannte Lituiten, der eine als nov. spec., der andere als spec. indet., aus dem Oeländischen Ortho-cereukalk erwähnt. Es wäre namentlich von Interesse, diese Formen mit den beiden vorhergehendenneuen Arten, deren Gesteine auch entschieden auf Oeland hinweisen, vergleichen zu können.
3 ) Was Linnarsson (Vestergötlands Cambr. och Sil. aflagr., 1869, p. 32) als Lit. convolvens Sciiloth.aus dem oberen rothen Orthocerenkalk der Kinnekulle anführt, dürfte eher noch dieselbe Form, alsLit. lamellosus His. = imperfectus Quenst ., sein.