Die Veränderungen in den wirtschaftlichen Verhältnissendes Königl. Forstlehr-Reviers Liepe.
Vom Forstmeister Bando.
JJas Königl. Forst-Revier Liepe, welches mit dem Revier Biesenthal der Forst-akademie zu Eberswalde als Lehrforst zugewiesen wurde, befand sich zu der Zeit derErrichtung derselben, wie alle diejenigen wissen werden, welche diese Forstlehranstaltbesucht haben, in einem sehr mangelhaften wirthschaftlichen Zustande.
Der damalige Direktor, Oberforstrath Dr. Pfeil, hat in den kritischen Blätterneine Beschreibung dieses Reviers gegeben 1 ) und es dürfte daher, besonders für allediejenigen Forstmänner, welche dasselbe bei Gelegenheit der forstlichen Excursionenin ihrer Studienzeit kennen zu lernen Gelegenheit hatten, nicht ohne Interesse sein,die wesentlichen wirthschaftlichen Veränderungen zu übersehen, welche seither einge-treten sind. — Aber auch für diejenigen Theilnehmer an der Jubiläumsfeier, welchedas Revier bei der für dies Fest geplanten Excursion besuchen werden, mögen dienachstehenden Ausführungen dazu dienen, die kurzen Bemerkungen in dem Excursions-fülirer zu ergänzen und zu erweitern.
Bis zum 1. Octbr. 1847 bestand das Königl. Forst-Revier Liepe aus drei, imWesentlichen zwar zusammenhängenden, aber durch ihre Lage natürlich gesondertenTheilen, von denen der östliche Complex bis zu der Einschnürung am Rosin-See „dieEichheide", der mittlere bis zum Nettelgraben „die Mönchsheide" und der westliche„die Buchheide" genannt werden.
Zu dieser Zeit trat durch Tausch mit dem Schulamte Neuendorf ein an dieöstlich gelegenen Forstorte angränzender Reviertheil „die Breitelege" von 5161 Morgen(1318 Hectar) 2 ) Grösse dem früheren Alt-Lieper Revier hinzu.
') Siehe Kritische Blätter für Forst- und Jagdwissenschaft Band 31, 1. Heft Seite 103. —2. Heft Seite 97. — 34. Band 2. Heft Seite 75. — 35. Band 1. Heft Seite 216. — 2. Heft Seite 238. —
2 ) Die Flächenangaben sind meist auf volle Morgen, beziehungsweise auf volle Hectar abge-rundet.