Druckschrift 
Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Die Bestimmung' von mittleren Probestämmen durch

Abzahlung.

Vom Oberförster Weise.

Auffallend ist die Erscheinung, dass trotz der grossen Ahweicliungen, welcheBestände von einer Holzart hei gleichem und verschiedenen Alter zeigen sowohl in derStammzahl und in der Kreisflächensumme, als auch in den mittleren Zahlen des Be-standes wie Durchmesser, Höhe, Formzahl, dennoch in manchen Stücken eine grosseGleichheit zu Tage tritt. Noch auffallender aber ist es, dass auch hei verschiedenenHolzarten trotz des sehr differirenden Verhaltens derselben von einander Gleichheitenzu linden sind. Eine solche haben wir in der Lage von Stämmen mit mittlerem Durch-messer im Verhältniss zu den übrigen. Kaum möchte man es vermuthen, dass in einemEichenbestande, der Stämme von 730 cm und einen Durchmesser des Mittelstammesvon 16,1 cm hat, und in einem Kiefernbestande mit den gleichen Durchmesser-Differenzenaber 14,2 cm Durchmesser des Mittelstammes verhältnissmässig genau die gleicheStammzahl stärker und schwächer ist, als der Mittelstamm, und dass die gleiche Theilungdes Bestandes auch ein alter Buchenbestand mit Durchmesser-Differenzen von 2166 cmoder gar ein mit einigen Weisstannen durchstellter Fichtenort mit solchen von 2088 cmaufweist.

Und doch liegt die Thatsache vor: dass ein Bestand alt oder jung, geschlossenoder lückig sein kann und immer der Stamm mit mittlerem Durchmesser fast genauan Stärke 60 pCt. aller überragt und hinter 40 pCt. zurückbleibt.

Wir haben es hier mit einem wunderbaren Spiele der Natur zu tliun, denn Nie-mand vermag mathematisch zu beweisen, dass es nothwendig so sein muss. Eher liessesich die Unwahrscheinlichkeit der allgemeinen Gültigkeit dieser Erscheinung darthun,indem man so erwägt: Haben wir einen Bestand mit 1000 Stämmen, so sollen nach

der Vorausssetzung 400 stärker sein, als der Mittelstamm. Lassen wir diese 400 ganz

14