222
name Hortolus aufgestellt, welchen u. A. d'Orbigny 1 ) und Pictet sowie auch M Coyadoptirt haben, der aber weiterhin keinen Eingang gefunden hat, da hier in der Thatauch eine generisclie Verschiedenheit nicht entfernt vorhanden ist. Ebenso wenig hatsich der Montfort 'sehe Speciesname convolvens für die hier betrachtete Art einge-bürgert, der bekanntlich später auf die verschiedensten Lituiten-Formen angewandtwurde und vielfache Missverständnisse veranlasst hat; nachdem Schlotheim denselbenim Sinne seines Autors für die Form mit abstehenden Windungen aufrecht erhalten,dennoch aber (cf. oben, S. 219) einem wohl zu Lit. lituus gehörigen Oeländischen Exemplargegeben hatte 2 ), wurde er später aufgegeben und an seine Stelle von verschiedenenAutoren, in Deutschland zuerst von Giebel (Fauna der Vorwelt, III. p. 189), sodannin der Letliaea geognostica gleichwie u. A. von Boll und Lossen , die nächstältesteSpeciesbezeiclmung — Lituites perfectus — von Wahlenbekg gesetzt. Dass Letztererdarunter die perfecte Lituiten-Form mit nicht aneinander stossenden Umgängen ver-standen hat, geht zwar aus seiner kurzen Beschreibung nicht hervor, folgt aber ausder beigefügten Anmerkung: hujus nullam meliorem figuram vidi quam quae exhibiturin Knorr Verstein. Suppl. Tab. IV.
Die Spirale hat bei den Stücken, an denen ich sie habe messen können, fastübereinstimmend 31 mm (= 1 Zoll 2 Linien) Dehrn; dieses Maass wird man natürlichnicht als etwas ganz Constantes gelten lassen dürfen, aber jedenfalls ist der Durch-messer erheblich grösser als bei Lituites lituus. Auf das langsamere Anwachsen desConus wurde oben (S. 216) schon hingewiesen und dies wird auch von Lossen richtigconstatirt, indem er die Dickenzunahme des gestreckten Arms für Lit. perfectus = 1 / n(nach der bkeyn 'schen Figur) und = V 8 für Lit. lituus angiebt. Die Form der Spirale unddie Abstände der einzelnen, sich nicht berührenden Windungen sind etwas veränderlich.Von dem gestreckten Arm aus biegt sich die Schale nach rückwärts anfangs fast ineiner Kreislinie herum und tritt weiterhin sehr nahe an den äusseren Anfangspunkt
') In dessen Prodrome de Paläontologie, I (1850), pag. 1, beisst es: „ Ilortolus Montfort , 1808.Ce sont des lituites dont les tours de spire soiit disjoints".
Vgl. auch die Citate auf S. 217.
2 ) Sowohl im mineralog. Taschenbuch, als auch in der Petrefactenkunde (p. 59) bezeichnetSchlotheim den Lituites convolvens = Ilortolus convolvens Montfort als zusammenfallend mit der heiB reyn , T. II. Fig. 11, dargestellten Form, und citirt dazu weiterhin aus dem knorr 'schen Werkeam ersteren Orte Suppl.-Taf. IV, am zweiten Suppl.-Taf. IV. a. Hieraus folgt mit Sicherheit, dassjener Paläontologe dabei Wahlenberg's Lit. perfectus im Auge gehabt hat. Wenn er trotzdem inseiner Petrefactenkunde als convolvens das von C. Lossen auf Lit. lituus zurückgeführte Exemplarseiner Sammlung anführt, so ist bezüglich des danach vorliegenden Irrthums zu bemerken, dassdas fragliche Stück eine ganz sichere Bestimmung nicht gestattet. Uebrigens hat es Sci-ilotheimauch für nicht ausgemacht erklärt, oh Montfort's Lit. lituus und Hortolus convolvens wirklich ver-schieden seien.