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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
Seite
206
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Sie unterscheiden sich aber schon dadurch, dass ihre Oberfläche unregelmässig gerundet,feinporig und zerfressen erscheint, während der typische Backsteinkalk Stücke bildet,welche durch eine eigentümliche scharfkantige Begrenzung und glattere sowie mehrder Ebene sich nähernde, z. Th. wie geknetet oder gepresst erscheinende Aussenflächendeutlich charakterisirt sind. Dazu kommt, dass bei letzterem die durch Eisenoxydhydratbewirkte braun graue oder gelblichbraune Farbe meist viel intensiver ist und gewöhnlichauch bis ins Innere der Geschiebe vorliält; sodann enthält derselbe oft bläulichweisseCalcedonlagen, die in jenem Rollstein-Kalk nie vorkommen. Schliesslich ist zu be-merken, dass der Kalkstein, durch dessen Auslaugung die echten Backsteinkalk-Ge-schiebe entstanden sind, und welcher als Kern derselben zuweilen noch beobachtetwird, von den festeren Abänderungen des mergeligen Rollstein-Kalks sehr auffällig ab-weicht; es ist dies ein äusserst zähes und relativ hartes Gestein von ebenem Bruchund grünlich- oder auch bläulichgrauer Farbe, in welchem man fast nie Versteinerungensieht, die, wie es scheint, in seinem Zersetzungsproduct erst durch die lösende Wirkungder kohlensäurehaltigen Gewässer herauspräparirt worden sind.

Mit Petrefacten ist die gegenwärtig betrachtete Geschiebe-Art in solchem Maasseangefüllt, dass sie in dieser Hinsicht den obersilurischen Gerollen vergleichbar ist. Ausihrer reichen Fauna treten indess zweierlei Organismen sofort in auffallendster Weisehervor: zunächst verschiedene Formen der an ihren sehr engen, unmittelbar wie beiden Calamoporen aneinander stossenden Röhrenzellen leicht kenntlichen Korallen-Gattung Dianulites Eichwald (= Monticulipora d'Onn. bei Milne-Edwards undChaetetes Fisch , bei Nicholson ), die neuerdings von Dybowski ') rehabilitirt worden ist,sodann mehrere Arten des Trilobiten-Geschlechts Chasmops M'Coy , unter denen aberChasmops macroura Sjögren sp. weitaus am häufigsten vorkommt. Diese Reste, nament-lich die zierlichen rundlichen oder baumförmigen Dianulites- Stöcke, sind so gemein,dass man fast in jedem etwas grösseren Stück des Gesteins mehrere derselben findet.Ein ferneres Hauptfossil ist Orthis A-ssmussi Vern ., ganz und gar mit Exemplarendieser Art von Friedrichshof in Ehstland (Jewe'sche Schicht) übereinstimmend; durchihre Häufigkeit bemerkenswerth ist Leptaena sericea Sow. Sehr bezeichnend sindauch Lichas deflexa Sjögren und der unten beschriebene Lituites Danckelmanni.Weitere Angaben über die sehr reichhaltige Fauna unterlasse ich jetzt, da ich eineeingehende Bearbeitung derselben bereits begonnen habe und als zweites Stück dieserBeiträge zur Geschiebekunde zu veröffentlichen gedenke.

Es war mir von vorne herein klar, dass die fraglichen Geschiebe in die obereAbtheilung des Untersilur gehören, dabei aber älter seien als die Lyckholm'scheSchicht. Die genaue Feststellung des Niveau's verdanke ich Fr. Schmidt , welcher bei

') Die Cliaetetiden der ostbaltischen Silur-Formation, St. Petersburg 1877.