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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
Seite
205
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Das untersuchte Geschiebe (von Eberswalde) enthält ein aus Kopf und Rumpfbestehendes Exemplar von Asaphus cf. devexus ElCHW. Der in Salzsäure unlöslicheRückstand macht 22,6 Procent aus; schon an dem kräftigen, beim Anhauchen ent-wickelten Thongeruch giebt sich der sehr namhafte Gehalt an Thon zu erkennen.

Das Vorkommen des graugrünen Kalks mit Chasmops conicophthalmus ist eing anz locales. Einzig und allein in den Kiesgruben in und unmittelbar bei Ebers-walde habe ich an Ort und Stelle liegend die Geschiebe dieser Art bis heute beob-achtet, weder bei Heegermühle, noch bei Brahlitz sind sie mir, trotz der geringenEntfernung, zu Gesicht gekommen. Dafür aber übertreffen dieselben am hiesigen Platzealle andern Sedimentärgeschiebe bei weitem an Häufigkeit, auf jedem Schritte stösst manhier in den Grandlagern auf die mächtigen Platten, welche diese Gerölle-Art bildet.Auch in den Neubrandenburger Sammlungen ist nichts davon vorhanden. Dagegenenthält das Berliner paläont. Museum ein sehr dickes Fragment von Ortlioceras gi-ganteuvi in einem sicher hierher gehörigen Gestein, das auf der Etikette jedoch ledig-lich als Geschiebe der Mark bezeichnet ist.

Ausser den in den Bereich der Orthocerenkalke fallenden Gebirgsarten verlangteine specielle Erwähnung noch ein anderes, etwas jüngeres Gerölle, dem sich die Be-zeichnung :

Unter silurischer Rollstein-Kalk oder Mergelkalk mit Chasmops macrourageben lässt.

Im Allgemeinen ist dies ein gelblichgraues kalkiges Gestein von mattem Aus-sehen und etwas erdiger Beschaffenheit, dabei so reich an innig beigemengter, fein zer-theilter Quarzmasse und Thon, dass deren Quantität nach vorliegenden Analysen oftmehr als die Hälfte des ganzen Bestandes ausmacht. Meist erscheint die Färbungunrein, indem grünlichgraue Partien, die manchmal selbst vorherrschen, sowie bläulich-graue und bräunliche untergemischt sind, und dieser Eindruck wird noch dadurch ge-steigert, dass sehr gewöhnlich wurm- oder schlangenförmige Wülste mit vorwiegendhellgrünlicher Oberfläche, die vielleicht als schlecht erhaltene Fucoidenreste anzu-sprechen sind, die Gesteinsmasse nach den verschiedensten Richtungen durchsetzen.Es kommen aber auch Abänderungen vor, die inwendig aus einem festeren und schwachschimmernden graublauen oder auch bläulichgrauen Kalkstein bestehen, nach aussen hinjedoch in Folge der Einwirkung der Gewässer wieder eine gelblich- oder bräunlich-graue Färbung, verbunden mit geringerer Consistenz und mehr oder minder erdigerTextur, zeigen. Ueberhaupt sind diese Geschiebe in den äusseren Partien fast immermehr oder weniger ausgelaugt, mitunter selbst in dem Grade, dass die der Oberflächenaheliegenden Theile mit Säuren nicht mehr brausen und zugleich mürbe oder geradezuzerreiblich sind. Solche Stücke haben äusserlich mit den bekannten Geschieben dessog. Backsteinkalks viel Aehnlichkeit und sind gewiss oft damit verwechselt worden.