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Gebiete zwischen Oesel und Gotland herrühren. Bei dein nächst jenem am häufigstenvorkommenden obersilurischen Geschiebe, dem Graptolithengestein 1 ), ist der Ur-sprung aus einem verschwundenen oder jetzt submarinen Gebilde sogar geradezu unab-weislich, weil hinreichend übereinstimmende Gesteine im Norden fehlen.
Auch auf einen Theil der untersilurischen Geschiebekalke lassen sich ähn-liche Betrachtungen ausdehnen, und zwar vor Allem auf diejenigen, welche den oberenStufen des Untersilur sich einordnen. Vom Sadewitzer Kalk sagt Ferd. Roemerselbst nicht unbedingt, dass seine Heimath im westlichen Theil vom jetzigen Ehst-land, wo die Lyckholm'sche Schicht entwickelt ist, gelegen habe, sondern giebt zu,dass dies auch ein nahe benachbartes, jetzt vom Meere bedecktes Gebiet gewesen seinkönne. Entschiedener gilt das Gesagte von dem unten besprochenen untersilurischenRoll stein-Kalk mit Chasmops macroura, dessen reiche Fauna nach meinen Beobach-tungen zwar theilweise Ehstländischen Formen entspricht, aber doch auch wieder so vieleAbweichungen zeigt, dass man hier schon dieserhalb nicht umhin kann, auf die frühereExistenz eines ausgedehnten untersilurischen Territoriums im W. der russischen Ostseepro-vinzen zurückzugreifen. Ebenso verhält es sich bezüglich des in anstehenden Schichtennoch nicht beobachteten Backsteinkalks, dessen organische Ueberreste denen des Ma-croura-Kalks sehr nahestehen. Am meisten Uebereinstimmung mit festen Lagern nor-discher Länder besitzen unter unseren Geschieben, gewisse besondere Fälle ausgenommen,die der tieferen untersilurischen Abtheilung entstammenden Orthoceren kalke.Einige derselben sind schwedischen Gesteinen zum Verwechseln ähnlich, andere dagegennähern sich den älteren Ehstländischen Kalken. Was nun diese letzteren betrifft, sohalte ich es gleichfalls für gewagt, sie von Ehstland selbst abzuleiten. Ein so voll-ständiges Uebereinkommen, wie es einzelne Geschiebe mit schwedischen Schichten pe-trographisch und paläontologisch zeigen, ist mir bei Ehstländischen Silurgesteinen, trotzunverkennbarer sehr grosser Aehnlichkeiten, noch nicht aufgefallen. Ueberhaupt hatsich bei mir immer mehr die Ansicht bestärkt, dass wenigstens für die mittleren undwestlichen Tlieile der norddeutschen Tiefebene der gegenwärtige Boden Ehstlandsunserm Diluvium keine Materialien geliefert hat, dass dabei vielmehr nur Gebirgs-massen, die eine westlichere Lage hatten, in Betracht kommen können. Es scheintsogar, dass diese Auffassung auch für den Osten Norddeutschlands gelten kann. We-
') Diese Geschiebe-Art, die wahrscheinlich einem etwas tieferen Horizont als der Beyrichien-kalk entspricht, wird vornehmlich innerhalb der den mittleren Theil des norddeutschen Flachlandesbegrenzenden Meridianlinien angetroffen. In Schleswig-Holstein ist dieselbe nach Karsten's Angabenselten. In Ostpreussen hat man sie mitunter als fehlend angenommen, doch beschreibt Herr H. Dewitzneuerdings in den Schriften der physik.-ökonom. Ges. zu Königsberg, XX. (1879), p. 174, eine neueOrthoceras- Art aus einem Stück Graptolithenkalk vom Ufer der Angerapp bei Nemmersdorf (Kr.Gumbinnen).