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und Seeland und von Schonen vollkommen üb er ein, allein in der Hauptsache ist die-selbe auch in einem jetzt zumeist untermeeriscken Gebiete zu suchen, welches verschie-dene Inseln und Küstenstriche der Ostsee, die dänischen Inseln, Rügen und Wollin sowieMecklenburg etc., umfasst. Dieses „haltische Kreidegebirge" hatte ohne Zweifeleine sehr beträchtliche Ausdehnung, wie schon aus der ausserordentlichen Masse derüber unser Flachland verbreiteten Feuersteingerölle aus der weissen Kreide hervorgeht.Der Zerstörung colossaler Massen jener haltischen Kreideformation ist grossentheils derstetige Gehalt unserer Diluvialschichten an kohlensaurem Kalk zuzuschreiben.
Was den allbekannten Beyrichien- oder Chonetenkalk. aus dem jüngstenObersilur angeht, so hatte zuerst Quenstedt 1 ) als muthmaassliche HeimathsstätteSchonen (von wo in der That einige der betreffenden Geschiebe herstammen können),sodann Ferd. Roemer ") Oestergarn auf Gotland bezeichnet. Darauf wurde von Fr.Schmidt (a. a. 0., p. 462) bemerkt, dass die mit diesem Kamen bezeichneten Geschiebeeinerseits den Schichten des Ohhesaare-Pank auf der Halbinsel Sworbe, dem südlichenTheile von Oesel, andererseits den entsprechenden Ablagerungen bei Oestergarn an derOstspitze der Insel Gotland gleichen, und dass hierin schon, abgesehen von anderenGründen, ein Beweis für eine ehemals vorhandene, während der erratischen Periodezerstörte Verbindung dieser beiden Punkte zu erkennen sei, so dass also der steileUferabsturz des Ohhesaare-Pank durch seine westliche Verlängerung eine Brücke zwischenEhstland und dem südöstlichen Gotland gebildet habe (vgl. auch des genannten For-schers Untersuchungen über die silur. Formation von Ehstland etc., p. 77). Dass die nord-deutschen Kalkgerölle mit Chonetes striatella und Beyrichia tuberculata sowohl von Oeselals von Gotland stammen, hat gleichfalls Prof. Grewingk 3 ) zu Dorpat bei Gelegenheiteiner ausführlichen Erörterung der Verbreitung der silurischen Wandergeschiebe inLivland, Kurland und dem Gouvernement Kowno ausgesprochen, dabei aber auch fürdie entsprechenden, an der Westküste Kurlands zerstreuten Beyrichienmergel mit Fisch-resten den Ursprung von beiden genannten Inseln, ja vielleicht gar von Schonen, be-hauptet; er schliesst dies aus dem angeblichen Auftreten schiefriger und krystallinischerGesteine Scandinaviens in der nämlichen Gegend (?), glaubt dabei übrigens die dort vor-herrschenden Westwinde zur Erklärung einer solchen aus W. erfolgenden Ankunft derGeschiebe heranziehen zu dürfen. Ferd. Roemer 4 ) erklärte es demnächst bestimmt fürdas wahrscheinlichste, dass unsere Beyrichienkalke aus einem jetzt vom Meere bedeckten
') „Die Geschiebe der Umgegend von Berlin", im Neuen Jahrb. f. Mineralogie etc., Jahrg. 1838,
p. 136.
2 ) Ebendas., Jahrg. 1856, p. 812.
3 ) Geologie von Liv- und Kurland, im Archiv f. d. Naturkunde Liv-, Ehst- und Kurlands, Sei'. I,Bd. II. p. 571 und 674 (Dorpat 1861).
*) Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges., XIV. p. 604.