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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
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dem südlichen Norwegen abzuleiten seien. In der That haben einige unserer Ge-schiebe mit finnländischen Gebirgsarten die grösste Aehnlichkeit. Dies gilt besondersvon der unter dem Namen Rapaltivi bekannten Granitvarietät, welche an den por-phyrisch ausgesonderten braunrothen Orthoklasen, die von einem dünnen Mantel grün-lichgrauer Plagioklasmasse umhüllt sind, leicht erkannt werden kann; dieselbe ist zwarnicht zu den häufigeren Granitgeschieben zu rechnen, kommt aber doch weit verbreitetvor und ist u. a. auch an vielen Punkten Schlesiens gefunden worden (cf. Liebisch,a. a. 0. p. 11). Das genannte Gestein ist nun bis jetzt bloss in Finnland anstehendbekannt; es zeigt hier und ganz ebenso in unserm Diluvium eine grosse Neigung zurVerwitterung. Indessen weisen doch neuere Beobachtungen für die meisten unserereruptiven Gerolle mehr auf Schweden hin.

Man darf nun aber nicht glauben, dass die Gebirgsglieder, deren Zertrümmerungdie ungeheuren Schuttmassen der norddeutschen Ebene geliefert hat, in nördlichenLändern sammt und sonders noch an der Erdoberfläche vorhanden seien; vielmehrwird es immer wahrscheinlicher, dass sie grossentheils entweder ganz zerstört wurden,oder wenigstens nicht mehr zu Tage liegen und ihre Reste jetzt vom Meere überfluthetsind. Zu einer solchen Ansicht hat man sich vor längerer Zeit schon hinsichtlich derJurageschiebe bekennen müssen. Zwar findet sich zuweilen ein gelbbrauner Sand-stein mit Ammonites Parkinsoni Sow., welcher dem unteren Niveau des oberen braunenJura angehört und nach Beyrich von der Insel Gristow bei Oammin an der pommer-schen Küste herrührt 1 ). Allein dieses Vorkommen tritt völlig zurück gegen clen obenerwähnten sehr versteinerungsreichen Kalkstein mit Pliynclionella varians, Astarte pitlla,Ammonites Jason etc., welcher in den obersten Horizont des Doggers, die Etage desKelloway rock, gehört und fast in allen Theilen der norddeutschen Ebene östlich derElbe angetroffen wird. Da ein Gestein von ähnlicher Beschaffenheit, aber doch keines-wegs damit übereinstimmend, anstehend nur am Windau-Flusse im nördlichen Lithauenund in Kurland bekannt ist, so muss man nach Beyrich 's Vorgang annehmen, dassfrüher ein im südlichen Theil der heutigen Ostsee zusammenhängend verbreitetes ju-rassisches Territorium existirte, welches die Juraablagerungen des Gouvernements Kownoin Lithauen mit den gegenwärtig noch im Gebiet der Odermündungen vorhandenenkleineren Juramassen verband, und in dem der Ursprung jener Geschiebe zu suchenist; für diesen Juradistriet hat Bey'RICH 2 ) sehr passend den Namenbaltischer Jura"in die Wissenschaft eingeführt. Was die ITeimath der Kreidegeschiebe betrifft, sostammen einige unzweifelhaft von Rügen, andere stimmen mit Gesteinen von Bornholm

') Von diesem Geschiebe, dessen Verbreitung sich übrigens auf die der unteren Oder benach-barten Gegenden beschränkt, verdanke ich Herrn Forstmeister Bando ein sehr schönes, dengenannten Ammoniten enthaltendes Stück, welches bei Chorin gefunden wurde.

2 ) Zeitsckr. d. deutsch, geolog. Ges., XIII. p. 143.