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Versteinerungen 1 ) hin, welche gelehrt habe, dass dies dieselben Formen seien, die auchin den dieser Formation ungehörigen Diluvialgeröllen sich fänden. Indem dieser Satznun verallgemeinert wird, heisst es weiter bei ihm wörtlich: „Hiermit war der Schlüsselzur Lösung der Frage über den Ursprung unseres exogenen (i. e. sedimentären) Geröllegegeben; sie sind nicht von auswärts in die Diluvialländer hineingekommen,sondern in diesen selbst früher als anstehende Lager vorhanden ge-wesen."
Wenn man jedoch die seit Beginn unseres Jahrhunderts eifrig betriebenen paläon-tologischen Forschungen über die Schichtensysteme der nordeuropäischen Länder auchnur flüchtig in's Auge fasst, kann eine solche Ansicht nicht mehr als stichhaltig gelten.Namentlich hat zunächst die Untersuchung der versteinerungsreichen obersilurischenKalke der schwedischen Insel Gotland, später auch die gewisser gleichaltriger Ab-lagerungen auf der Insel Oesel an der Ehstländischen Küste, und deren Vergleichungmit einigen bei uns sehr verbreiteten Kalksteingeschieben, eine so frappante Ueberein-stimmung mit letzteren ergeben, dass der nordische Ursprung dieser Geschiebe unbe-streitbar ist. Ebenso bestimmt weisen die cambrisclien Gerölle und mehrere Artenunserer Orthocerenkalke auf den südlichen Theil Schwedens und die nahegelegeneInsel Oeland hin. Nach und nach aber traten verschiedene Beobachtungen an dieOeffentlichkeit, welche auch für einen Theil der untersilurischen Geschiebe den Blickvon Schweden nach den russischen Ostseeprovinzen, und zwar ganz hauptsächlichnach Ehstland, ablenkten. In dieser Beziehung ist vor Allem die Monographie derSadewitzer Geschiebe-Fauna von Ferd. Koemer 2 ) hervorzuheben, eine durchKlarheit der Beschreibung wie durch scharfsinnige geologische Auffassung mustergültigeArbeit. Es wird darin der Beweis geliefert, dass diese merkwürdige, fast ganz aufeinen kleinen Umkreis um Sadewitz bei Oels beschränkte Anhäufung von Kalkstein-geschieben, welche früher Jahrhunderte lang zum Kalkbrennen verwerthet wurde, ihrenorganischen Einschlüssen nach in ein über dem Orthocerenkalk liegendes höheres Niveauder unteren silurischen Abtheilung gehört und speciell mit der von Friedr. Schmidtals Lyckholm'sclie Schicht in Ehstland unterschiedenen Zone aufs genaueste über-einstimmt. Kurz vorher schon hatte Fr. Schmidt 3 ) auf Grund einiger Yergleichungender beiderseits auftretenden Petrefacten dieselbe Ansicht geäussert.
Bezüglich der so überaus häufigen Gerölle, welche den alten krystallinischenMassengesteinen und dem Gneiss angehören, hat man vielfach angenommen, dasssie hauptsächlich von Finnland und zu einem kleineren Theile aus Schweden und
1 ) Im Neuen Jahrb. für Mineralogie u. s. w., Jahrg. 1839, 1840 und 1842.
2 ) Die fossile Fauna der silurischen Diluvial-Geschiebe von Sadewitz, 1861.
3 ) Beitrag zur Geologie der Insel Gotland, im Archiv für die Naturkunde Liv-, Ehst- undKurlands, Ser. I, Bd. II. p. 463 (Dorpat 1859).