155
den einzelnen Erdschichten ein verschiedenes ist, was durch den verschiedenen Gradihrer Temperatur und ihrer Feuchtigkeit erklärt werden kann, worauf auch bereitsA. v. Littrow 1 ) und Wild 2 ) hingewiesen haben.
Weiter sieht man aus den angegebenen Resultaten, dass das absolute Minimumder Temperatur sowohl im Freien als auch im Walde mit wachsender Tiefe zuerstzunimmt und dann abnimmt, und von den beobachteten Tiefen hei 0,15 m seinengrössten Werth erhält. Die Mitteltemperaturen werden im Juni, für welchen Monatdie Beobachtungen angestellt sind, mit wachsender Tiefe abnehmen, aber gleichzeitigerfolgt in der Nacht an der Oberfläche eine stärkere Abkühlung, als in den darunterliegenden Erdschichten und dadurch wird das absolute Minimum der Temperaturmit wachsender Tiefe am Anfange steigen und dann abnehmen, während das Maxi-mum eine dauernde Abnahme mit wachsender Tiefe zeigen muss. In den Winter-monaten wird sich voraussichtlich das Verhältniss umkehren, denn weil dann die Mittel-temperatur mit wachsender Tiefe zunimmt und am Tage an der Oberfläche eine grössereErwärmung als in den darunter liegenden Erdschichten stattfindet, so wird das Minimummit wachsender Tiefe dauernd zunehmen und das absolute Maximum anfangs abnehmenund dann wieder zunehmen.
Die mitgetheilten Resultate sind auch dazu geeignet, zu bestimmen, welche Tages-zeiten wenigstens im Sommer zur Beobachtung der Erdhodentemperaturen für die ver-schiedenen Tiefen gewählt werden müssten, um die täglichen Mitteltemperaturen zuerhalten. Für die Tiefen 0,9 und 1,2 m ist die tägliche Schwankung im ungünstigstenFall (0,9 m im Freien) = 0,06" und weil der Gang der Temperaturcurve für dieseTiefen bereits ein gleichförmiger geworden ist, wird eine zweimalige Ablesung imLaufe von 24 Stunden, zu beliebigen um 12 Stunden auseinander liegenden Zeiten diemittlere Tagestemperatur richtig angehen.
Bei den auf den forstlich-meteorologischen Stationen um 8" und um 2 h angestelltenBeobachtungen wird für die genannten Tiefen die mittlere Temperatur als Mittel derbeiden Ablesungen zwar nicht genau gefunden, jedoch beträgt der Fehler im un-günstigsten Falle ± 0,02°, und kann deshalb vernachlässigt werden. Für die vorher-gehende Tiefe von 0,60 m findet hei der Beobachtung im Freien das zweite Medium,wie sich im Folgenden ergeben wird, um II 1 ' 57' a statt und wird durch Combinationder beiden Ablesungen die mittlere Temperatur ungefähr bis zu derselben Grenze genaugefunden, ebenso wie auch bei den Beobachtungen im Walde, wo für diese Tiefe dieAmplitude nur noch 0,07 0 beträgt.
') A. v. Littrow, über die relative Wärmeleitungsfähigkeit verschiedener Bodenarten und denbetreffenden Einflnss des Wassers. Sitzungsberichte der Wiener Akademie Bd. LXXI. Januar 1875.
2 ) L. c. p. 11.
20*