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Raupencalamität für unsere Bestände vor der Hand verschwunden, ja manche Art zurSeltenheit herabgedrückt ist. Die Raupen der Tagschmetterlinge blieben jedoch vondiesem Einflüsse befreit und mehrere Arten (Argynnis paphia, Vanessa cardui u. a.)zeigten sich in seltener Häufigkeit; auch die nackten Kiefernraupen scheinen kaum ge-litten zu haben, wenigstens zeigten sich der Kiefernspanner und die Kiefernblattwespen,freilich nur an einzelnen sehr beschränkten Stellen, ziemlich zahlreich.
Gegenmittel.
Die im Vorstehenden dargelegten Folgen der letzten Nonnencalamität in Kiefernwerden die wichtige Frage beantworten lassen, ob, und event. wo und wie bei einerähnlichen Gefahr Gegenmittel anzuwenden sind.
Die hauptsächlichsten der bekannten Vertilgungsmittel, das Eiern, das Spiegelnund das Tödten der Weibchen, beziehen sich einzig auf den Primärfrass im Altholzeund in den Stangenorten. Nach den sowohl aus unseren als aus den fremden Revieren,über welche uns die betreffenden Berichte Mittheilungen gemacht haben, vorliegendenThatsachen erhellt, dass keine wirthschaftliche Calamität, ja nicht einmal oder nur inseltenen Ausnahmefällen ein erheblicher Schaden durch den Nonnenfrass entsteht. JeneMittel aber sind durchaus nicht darnach angethan, Abhülfe oder wesentliche Erleichte-rung zu schaffen. Das „Eiern" halte ich wegen der versteckten und der von unten bis10 m hoch wechselnden Lage für die Kiefern für geradezu unausführbar, und würdeauch dann davon absehen, wenn ganze Bestände durch die Nonne niedergeworfenwürden. Mit vielen Kosten könnte höchstens eine schwache Entlastung erzielt werden.— Das Spiegeln stösst theilweise auf dieselbe Schwierigkeit, denn die Spiegel sitzenmit den Eiern in gleicher Höhe und sind in zahlreichen Fällen von unten her fast un-sichtbar, wenigstens unerkennbar. Bei kühlerem Wetter müssen die weiten Beständewochenlang durchmustert werden, bei hoher Temperatur sind sie in sehr kurzer Zeitabzuspiegeln. Alles erfordert eine grosse Menge Arbeiter, und die Arbeit wird in keinemFalle gründlich ausgeführt. Auch der durch das Spiegeln erreichbare Nutzen kannfolglich nach den klar vorliegenden Folgen eines Nonnenmassenfrasses die darauf ver-wendeten Kosten nicht decken. Will man das Spiegeln auf einen kleinen Bestand, etwaeinen werthvollen Stangenort beschränken, so wähle man statt des bisherigen Zerreibensder Spiegel das weit sicherere Betupfen derselben mit einem in Theer getauchtenFlausche. Doch, wenn auch hier auf kleine]- Fläche dieses Mittel genau und gründlichausgeführt ist, steht jedenfalls die Gefahr des Bewehens bevor, die wenn nicht Alles,so doch Vieles wieder vereitelt. Gerade in dieser passiven Beweglichkeit der jungenRaupen und in der activen der Schmetterlinge liegt auch die Erfolglosigkeit der bisherangepriesenen Gegenmittel mitbegründet. Auch das Tödten der weiblichen Falter,