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Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
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Jahr hielt dieser atlasweisse Spinner unsere Pappelalleen stark besetzt. Das einzigenamhafte Gegengewicht hatte er alle vier Jahre an der Concurrenz der Maikäfer zubestehen. Wenn zur Zeit seiner grössten Menge ein etwas heftiger Wind die Zweigeder Pappeln bewegte, so erschien die Chaussee plötzlich wie mit einem Schneegestöberangefüllt. Kahlfrass war jährlich die Regel. Allein jetzt gingen die Parasiten auchauf ihn über. So weit die Chausseen durch nonnenfrässige Bestände führten, war Salicisplötzlich und gänzlich verschwunden, wo beiderseits freies Feld sie begrenzte, tratSalicis dagegen in kaum verminderter Masse auf. Wir hatten folglich nun die nichtso sehr häufige Erscheinung einer ganz scharf begrenzten lokalen Massenvermehrung.In der ganzen Umgebung, in den Beständen weit und breit, fast keine Raupe mehr,hier eine Menge. Hier erst trat nun eine durchschlagende Thätigkeit der Yögel ein.Zunächst waren es drei Kukuke, welche auf der von Salicis stark besetzten Chaussee-strecke in einer Länge von etwa 600 Schritt den ganzen Tag von der ersten Morgen-frühe bis zum Beginn der Dämmerung sich an den Raupen gütlich thaten. Yon jedemChausseegänger, von jedem Wagen wurden sie aufgescheucht, kehrten aber nach kurzemBogentluge immer wieder zu ihren Pappeln zurück. Yertilgen konnten sie die Raupennicht, dazu war ihre Anzahl zu ungleich; eine grosse Menge kam desshalb trotz dieserheftigen Decimirung noch zur Yerpuppung. Die in einigen Fäden hängenden Puppenscheinen den Kukuken nicht mehr zu munden. Die letzteren verschwanden, um nachso reich besetzter Tafel sich ihr Brod in den weiten Beständen kümmerlich zusammenzu lesen. Allein eine Anzahl junger grosser Buntspechte trat jetzt an ihre Stelle, zeigtesich in ihren eilfertigen Bewegungen noch thätiger als die Kukuke und liessen sichdurch das gewöhnliche Getreibe auf der Chaussee durchaus nicht stören. Auch Elstern,bis zehn Stück, machten sich in den Pappeln zu schaffen, in ziemlicher Anzahl fielenauch Staare dort ein. Ich zweifle nicht daran, dass auch diese wie die häufig dortaufbäumenden Krähen, sich von den Puppen nährten. Es erschienen dann auch späternur sehr wenige Schmetterlinge. Im Winter 1878/1879 kamen diese Pappeln meinesHauptbeobachtungsfeldes (Stettiner Chaussee) zum Einschlage. Allein ich habe 1879weder an den Pappeln des entlegeneren Theiles der Stettiner, noch an den der BerlinerChaussee, noch des Lichterfelder Weges auch nur einen einzigen Schmetterling von L.Salicis gesehen; Raupen erschienen, namentlich an den letztgenannten allerdings nocheinige, allein diese zeigten sich von den kleinen Ichneumoniden bewohnt. So war alsoauch L. Salicis vernichtet.

Den beiden vorstehenden Lipariden schliesst sich Liparis (Porthesia) chrysorrhoeaan. Mit Ausnahme des letzt verflossenen Sommers (1879) ist es mir stets möglichgewesen, im Laufe einiger Wochen auf unseren akademischen Woc-henexcursionen dieverschiedenen Stadien dieses Insectes draussen an den Frasspflanzen vorzuzeigen. Nochdrei Jahre zuvor waren in der Stadt und in ihrer nächsten Umgebung die Winternester