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Es gehörten einerseits fast ganz brennend rothe und anderseits unschön dunkel bronz-farbene Stücke keineswegs zu den Seltenheiten. Die Menge der überall auf den Wegenumherkriechenden oder an den Stämmen emporsteigenden Larven fiel sogar dem hiesigenPublikum auf, das sich über die vielen seltsamen „hässlichen Würmer" kaum beruhigenkonnte. Yon den Berichterstattern hebt nur der Herr Oberförster Correns (Friedrichs-walde) dieses Gegengewicht hervor. Er schreibt: „Die 30- bis 40jährigen Stangenwurden sehr licht gefressen . . . Sehr bedeutende Massen von Larven der Caraben(namentlich Sycophanta) tliaten dem Insecte ungeheuren Abbruch." Die Käfer sah mannicht allein am Boden und an dem unteren borkigen Theile der Stämme, sondern auchin den Zweigen, namentlich in den Zweigen des Buchen- und Hainbuchenmischholzes,oft gegen 10 bis 15 m hoch nach Raupen umhersuchen. Die Larven dagegen krochenzumeist nur die borkigen Stämme und auch diese nur einen oder anderen Meter hochempor und verzehrten meist die Puppen. — Ob noch andere Raubinsecten sich in Folgeder Raupenmenge in ungewöhnlicher Anzahl vermehrt haben, lässt sich mit Bestimmt-heit nicht nachweisen, obschon die ausserordentlich grosse Anzahl einiger, namentlichBaumwanzen, auffallen musste. Um eine frisch entstandene Nonnenpuppe sass zuweilengegen ein halbes Dutzend Larven der Pentatoma rufipes, alle ihren Schnabel eingesenktin die willkommene Beute.
Yon grösstem Einfluss aber war die grossartige Massenvermehrung der Nonneauf die Entstehung der Parasiten, deren Lebensbedingungen ja mit denen ihrerWirthe im denkbar innigsten Zusammenhange stehen, und unter diesen steht die spe-zifisch auf die Nonne angewiesene grosse Raupenfliege, Tachina monachae, obenan.Schon im Sommer 1876 konnte man sie draussen häufig genug antreffen. Im Frühling1877 aber trat sie in einer gewiss nur selten dagewesenen Häufigkeit auf. In allenHäusern war sie zu finden, auf jeder Fensterbank lag stets eine Anzahl todter, unddraussen war Alles von ihnen besetzt. Auf den blühenden Gesträuchen, z. B. Evonymus,Berberis u. a., hielt sie sich so zahlreich auf, dass bei einem Stoss an dieselben stetseine grosse Schaar summend die Luft füllte. Jetzt trat der Wendepunkt in der Cala-mität ein. Mit den Tachinen hatte sich auch die Menge der sonstigen Parasiten, derIchneumoniden und Chalcidier, ausserordentlich gesteigert. Zwar sah man von dengrösseren Arten nur wenige, etwa einzelne Anomalon und Pimpla instigator; diekleinen Spezies entgehen draussen dem Auge. Aber aus der bald folgenden Erscheinungliess sich auf die Menge der jetzt schon vorhandenen Mikrogasteren schliessen. DerSommer stand freilich noch unter der Herrschaft der Calamität; nicht nur lebten dieRaupen noch in grösster Anzahl, sondern auch die Falter entwickelten sich noch inMassen. An Stellen, wo alles Unterholz kahl gefressen war, krochen bis in den Julihinein die Raupen an den nackten Zweigen umher. Die hier schliesslich noch entstan-denen Schmetterlinge traten jedoch in kümmerlicher Grösse auf, und die Weibchen