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den Parasiten. Ihre Existenz ist geradezu von dem Vorhandensein der Raupen ab-hängig und ihre Anzahl steigt und fällt genau mit der Menge ihrer Beute- beziigl.Wirthsthiere. Die einzige Schranke für eine rasch progressiv bis ins Unermesslichesich steigernde Vermehrung der Parasiten scheint das ungenügende Vorhandensein ihrerWirthe zu bilden. Bei einer allmälig sich hebenden Massenvermehrung der Raupenhinken die Parasiten und Räuber allerdings naturgemäss nach. Allein, da ein einzelnesIndividuum von letzteren eine grössere Menge jener zu zerstören pflegt, so sind dieWaldverwüster in etwa drei Jahren von ihren Feinden überholt. Diese Erfahrung,welche wohl zu der bedenklichen Behauptung geführt hat, dass eine Calamität nachdrei Jahren von selbst erlösche, fand sich bei dem jetzigen Auftreten der Nonne imGanzen bestätigt. Wüthet ein Raupenfrass von Jahr zu Jahr sich steigernd drei Jahrein denselben Beständen, so reicht dieser im Nadelholze zur Vernichtung derselben völligaus, einer noch weiter gehenden Vermehrung der Raupen setzt alsdann schon derMangel an Nahrung Schranken, und die Parasiten und Räuber siegen desshalb zu spätüber unsere Feinde. Rückt aber, wie bei der Nonne, der Zerstörer fortwährend voneinem stark befressenen Bestände in die noch fast oder ganz verschonte Nachbarschaft,so ist diesem natürlichen Gegengewichte eine grossartige wirthschaftliche Bedeutung nichtabzusprechen, denn der Feind wird beseitigt, ehe er grosse Verwüstungen angerichtethat. So wenigstens beim Auftreten der Nonne in Kiefern. Bei ihrer Massenvermeh-rung in Fichten dagegen scheinen nach den traurigen Erfahrungen in Ostpreussen imAnfange der fünfziger Jahre die Parasiten und Raubinsecten gleichfalls zu spät zukommen.
Als das wichtigste Raubinsect in unseren Kiefernbeständen, welches gegen dieNonne wirkte, ist wohl Calosoma sycophanta zu bezeichnen. Dieser Käfer hebt undverliert sich mit den Spinnerraupen in nicht zu jungen Beständen. Wo in Eichenmehrere Jahre ein bedeutender Processionsspinnerfrass wüthete, zeigte er sich in Menge,obgleich er Decennien hindurch daselbst als grösste Seltenheit bezeichnet werden musste.Zur Zeit der Kiefernspinnercalamität in unserer Umgebung lebte er gleichfalls in grosserAnzahl, und mit ihm viele andere Spezies der Gattung Carabus und zwar diese z. Thl.noch weit zahlreicher vertreten. Da fanden sich stets in unseren RüsselkäfergräbenC. coriaceus, nemoralis, hortensis, cancellatus, granulatus, glabratus, violaceus, arvensis,nitens, convexus und selten intricatus. Allein jetzt bei dem fast ausschliesslichen Auf-treten der Nonne, welche in keinem Stadium an den Erdboden gebunden ist, tratenalle Caraben, die sich ja in keinem Stadium vom Erdboden erheben, zurück, mancheschienen gänzlich verschwunden, von anderen wurden nur selten oder doch ganz ver-einzelt Individuen gefunden, glabratus allein hielt sich anfangs noch ziemlich häufig.Dagegen hob sich der kletternde Sycophant sowie seine kletternde Larve in nie gese-hener Häufigkeit. Von dem Käfer konnte man die interessantesten Varietäten sammeln.
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